Dass Sport dem Herzen nutzt, ist unbestritten. Dennoch können infolge zahlreicher angeborener und erworbener Ursachen bei jüngeren und älteren Sporttreibenden kardiale Zwischenfälle auftreten. Diese umfassen Synkopen, Herzinfarkt, akute Linksinsuffizienz, vor allem aber lebensbedrohliche Arrhythmien.

Es gibt zahlreiche Studien zum plötzlichen Herztod. Diese sind aber selten prospektiv und erfassen nicht immer alle Todesfälle. Bei Marathonläufern tritt nach neuern Untersuchungen ein plötzlicher Herztod während des Laufes seltener auf als bei der nicht sporttreibenden Bevölkerung. Der plötzliche Herztod beim Sport geschieht vor allem dann, wenn der Sportler vorbestehende kardiale Erkrankungen hat, über 40 Jahre alt ist oder nach einer längeren Pause plötzlich und sehr intensiv wieder Sport treibt.

Plötzliche Todesfälle im Sport, vor allem bei jüngeren Sportlern, beruhen meist auf einer hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM). Einige Zwischenfälle bei Fußballern haben dies gezeigt. Bei älteren Sportlern und Breitensportlern überwiegt die koronare Herzkrankheit (KHK) als Ursache des plötzlichen Herztods.

Auslöser für einen Zwischenfall und den plötzlichen Herztod im Sport sind überwiegend ventrikuläre Arrhythmien, seltener eine Ischämie mit nachfolgender Rhythmusstörung. Grundsätzlich können auch bradykarde oder supraventrikulär tachykarde Rhythmusstörungen tödliche Folgen haben, dann meist mit sekundären nicht kardialen Ursachen wie beispielsweise einem Unfall oder Sturz. Eine Synkope bei jungen Sportlern muss immer eingehend kardiologisch abgeklärt werden. Die beste Vorbeugung gegen kardiale Todesfälle im Sport ist eine eingehende sportärztliche Untersuchung.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Ärzteblatt 2006, Vol. 103, S. 1617-1622