Schon in früheren Studien hatte Dr. James Sargent, Professor für Pädiatrie an der Dartmouth Mdical School (DMS) herausgefunden, dass Filmsequenzen zu den stärksten Eindrücken gehören, die man Kindern in Bezug auf Trinken vermitteln kann. Nicht einmal das Vorbild von Eltern oder Freunden ist so stark wie das Vorbild auf der Mattscheibe.

Nun hat Dr. Sargent eine weitere Studie gemacht und dafür mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zehn und 14 Jahren befragt. Die Schüler wurden unter anderem nach ihren Fernsehgewohnheiten befragt und ob sie Alkohol trinken beziehungsweise wie viel. Alle Kinder wurden dann zwei Jahre lang nachverfolgt.

Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Fernseh- und Trinkgewohnheiten: Jene Kinder, die zum Zeitpunkt der Ersterhebung nur selten Fernsehfilme sahen, in denen Alkohol getrunken wurde, begannen innerhalb des zweijährigen Nachbeobachtungszeitraums seltener zu trinken als jene, die bereits bei der Ersterhebung regelmäßige Filmkonsumenten waren.

Die Studienleiter berechneten, wie oft die Kinder Szenen sahen, die mit Alkohol zu tun hatten. Das durchschnittliche Kind sah demnach insgesamt acht Stunden lang Alkoholszenen. Wenn man eine Bierwerbung im Fernsehen mit etwa 30 Sekunden ansetzt, dann wären das rund 1.000 Bierwerbungen insgesamt.

Dr. Sargent bemängelt vor allem, dass Alkohol in den meisten Filmen in einem positiven Licht dargestellt wird: Schauspieler trinken Alkohol in Bars oder auf Partys, in entspannten Situationen. Häufig werden mit Alkohol romantische Szenen eingeleitet.

Der Professor glaubt, dass Eltern die Wahrscheinlichkeit einer Trinkerkarriere bei ihren Kindern reduzieren können, indem sie ihnen eine „Filmdiät“ verschreiben. So wie Eltern nicht zulassen sollten, dass ihre Kinder zu viel essen, so sollten sie auch deren Fernsehkonsum regulieren, schreibt Sargent.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Studies on Alcohol 2006, Vol. 67, S. 54