Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status leiden häufiger an kardiovaskulären Erkrankungen als Menschen mit höherem Einkommen und sie sterben im Durchschnitt auch früher. Die Gründe dafür könnten sein, dass sich weniger gebildete und wohlhabende Menschen unter anderem schlechter ernähren. Der genaue pathophysiologische Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und kardiovaskulären Erkrankungen ist jedoch unbekannt.

Möglicherweise spielen das Interleukin-6 (IL-6) und das C-reaktive Protein (CRP) eine wichtige Rolle dabei, wie jetzt eine Studie andeutet. Beide körpereigenen Substanzen sind Marker einer Entzündung und werden mit der Atherosklerose in Verbindung gebracht. Wissenschaftler der University of Michigan in den USA haben jetzt Daten der „Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA)“-Studie untersucht, an der 6.814 Männer und Frauen verschiedener ethnischer Herkunft zwischen 45 und 84 Jahren teilnahmen. Bei allen Probanden setzten die Wissenschaftler das Haushaltseinkommen und die Bildung in Beziehung zum IL-6- und CRP-Wert.

Dabei zeigte sich eine klare negative Korrelation: Menschen mit einem geringen Einkommen tendieren zu höheren IL-6- und CRP-Werten. Wer 40.000 US-Dollar unter dem Durchschnitt pro Jahr verdient, hat im Durchschnitt sechs bis neun Prozent höhere IL-6- und CRP-Werte. Die deutlichste Korrelation gab es bei den Weißen.

Diese Erhöhung der Werte von IL-6 und CRP mag klein erscheinen. Die Studienleiter haben jedoch errechnet, dass dies einer Erhöhung des BMI von etwa 1,7 kg/m2 entspricht. Um beide Werte im gleichen Umfang zu senken, müsste man mit einer wirksamen Statintherapie beginnen.

Übergewicht bei Menschen mit niedrigerer Bildung und Einkommen trägt wesentlich zu dieser Erhöhung der Laborwerte bei.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2007, Vol. 116, S. 2383-2390