Die Testosteron-Spiegel eines Mannes nehmen mit dem Alter ab. Bis zu 1,5 Prozent pro Jahr. Im Alter von 80 Jahren hat etwa die Hälfte der Männer ein Testosterondefizit. Die Folgen davon sind unter anderem eine verminderte Muskelmasse, geringere Knochendichte, erhöhte Fettmasse, Insulinresistenz und Dysphorien. Außerdem hatten Studien den Verdacht aufkommen lassen, dass verminderte Testosteronspiegel die Mortalität erhöhen. In einer Studie sollte dieses Ergebnis nun an einer größeren Studienpopulation verifiziert werden.

Retrospektiv untersuchten die Studienleiter Daten aus dem „Veterans Affairs medical system“. Die Daten kamen von 858 Männern über 40 Jahre, denen zwischen Oktober 1994 und Dezember 1999 mehrfach der Testosteron-Spiegel bestimmt wurde. Als geringer Testosteronwert galt ein Wert unter 250 ng/dL.

Männer mit einem normalen Testosteronspiegel hatten eine Mortalitätsrate von 20,1 Prozent während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 4,3 Jahren. Bei den Männern mit erniedrigten Spiegeln lag die Mortalität bei 34,9 Prozent. Auch nachdem man verschiedene Störfaktoren wie Alter, Morbidität und andere herausgerechnet hatte, blieb der Zusammenhang zwischen Testosteronspiegel und Mortalität erhalten: Mit einem niedrigen Testosteronspiegel steigt das Mortalitätsrisiko um 88 Prozent (p kleiner 0.001).

Selbst als man jene Männer herausrechnete, die innerhalb eines Jahres nach Studienbeginn starben, zeigte sich eine erhöhte Mortalität bei niedrigen Testosteronspiegeln. Das beweist nach Ansicht der Studienautoren ganz klar, dass der Zusammenhang zwischen niedrigen Testosteronspiegeln und Mortalität nicht auf akute Erkrankungen zurückzuführen ist. Auch wenn man Schwächen der Studie berücksichtigt, so etwa das retrospektive Design, so bleibt der Zusammenhang zwischen niedrigen Testosteronspiegeln und hoher Mortalität doch deutlich.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2006, Vol. 166, S. 1660-1665