Der Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Jena (UKJ) erhielt die Auszeichnung für eine Untersuchung der Rolle des gefäßverengenden körpereigenen Botenstoffs Angiotensin II bei entzündlichen Nierenerkrankungen. Er konnte dabei zeigen, dass der blutdruckregulierende Botenstoff eine Aktivierung des natürlichen Immunsystems bewirken kann, indem er den sogenannten "Toll-like-Rezeptor 4" stimuliert.

Toll-like-Rezeptoren (TLR) spielen eine wichtige Rolle in der körpereignen Immunabwehr, indem sie zur Erkennung und Bindung fremder Organismen beitragen. Werden diese verstärkt aktiviert, kann sich die Reaktion auch umkehren, so dass der Körper mit Autoimmunreaktionen Organe und eigenes Gewebe angreift.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese durch das Zusammenspiel von Angiotensin II und TLR 4 verursachte Aktivierung des Immunsystems Einfluss auf jene Autoimmunreaktionen haben könnte, die zu Nierenerkrankungen führen", erklärt Prof. Gunter Wolf. "Zudem haben wir dadurch Hinweise darauf erhalten, dass Angiotensin II auf diese Weise auch die Entstehung von Entzündungen bei vielen nicht durch Infektionen verursachten Nierenerkrankungen beeinflussen kann", so Wolf weiter.

Die Preis-Jury würdigte in der Begründung die Forschungsarbeit des Jenaer Nephrologen als "zukunftsweisend und von hoher Qualität". Mit dem Bernd-Tersteegen-Preis werden jährlich theoretische, vor allem aber anwendungsorientierte Forschungsarbeiten zu aktuellen Themen der chronischen Niereninsuffizienz und im Besonderen auf dem Gebiet der ambulanten Nierenersatztherapie ausgezeichnet.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena