Nierenschäden sind vermeidbar

Bis zu 50 Prozent der Menschen mit Diabetes leiden nach längerer Krankheitsdauer unter einem mehr oder weniger ausgeprägten Nierenschaden. Erstes Anzeichen ist das Auftreten von Eiweiß im Urin. Denn es gelingt der Niere nicht mehr, dieses im Blut zurück zu halten, da ihre Filter, die Glomeruli, durchlässig werden.

Die Poren in den Filtern werden von spezialisierten Fußzellen gebildet. Ihre Schädigung ist vermutlich der Beginn der Nephropathie. Professor Gunter Wolf von der Universität Jena sagt, dass neue Erkenntnisse aus der Forschung zukünftig die diabetische Nephropathie verhindern oder sogar heilen könnten.

An Diabetes Erkrankte können aber auch schon heute ihre Nieren bis ins hohe Alter schützen: Neuere Untersuchungen an großen Patientengruppen zeigen, dass langfristig gute Blutzuckerwerte zumindest das Fortschreiten der Nephropathie verlangsamen. Ebenso wichtig ist, den häufig mit auftretenden hohen Blutdruck zu behandeln. Standard ist hier eine Therapie mit Medikamenten aus der Gruppe der ACE-Hemmer und Angiotensin-Blocker. Sie greifen direkt in die Regulierung des Blutdrucks ein, an der die Nieren maßgeblich beteiligt sind.

Um die nierenschützende Wirkung der Medikamente zu verbessern, werden heute höhere Dosierungen als noch vor einigen Jahren eingesetzt. Der Versuch, die Wirkung durch die Kombination beider Substanzklassen weiter zu verbessern, ist jedoch in einer aktuellen Studie gescheitert. Ein weiterer, neuer Wirkstoff gegen den hohen Blutdruck ist das Aliskiren. Wird es mit einem Angiotensin-Blocker kombiniert, sinkt die Eiweißausscheidung über die Niere. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob es langfristig hilft, die Nieren von Menschen mit Diabetes gesund zu halten.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft