Nierentransplantationen: Weiße Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

31.03.2017

Bestimmte weiße Blutzellen spielen eine wichtige Rolle, wenn es nach Nierentransplantationen gilt, einen schädlichen Virus unter Kontrolle zu bringen. Die Ergebnisse einer Forschungsgruppe am Departement Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel könnten dazu beitragen, die Immunsuppression besser zu steuern, eine Abstoßung zu vermeiden und entsprechende Medikamente zu entwickeln.

Bild: Ein Haufen blau gefärbter Zellen auf rosafarbenem Grund; Copyright: Universität Basel, Departement Biomedizin

Bremsen das Virus: BK Polyomavirus-spezifische CD8-Killer-Lymphozyten (blau) nach Vermehrung in Zellkultur; ©Universität Basel, Departement Biomedizin

Von den Resultaten einer Zusammenarbeit der Transplantationszentren der Schweiz berichten Céline Leboeuf und Sabrina Wilk aus der Forschungsgruppe von Prof. Hans H. Hirsch in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts American Journal of Transplantation. Die Forscher untersuchten das Blut von 96 Patienten unmittelbar nach der Nierentransplantation sowie sechs und zwölf Monate danach. Bei 28 Patienten war das Virus aktiv, die übrigen bildeten die Kontrollgruppe.

Nach Nierentransplantationen tritt in bis zu 15 Prozent der Fälle eine Infektion mit einem sogenannten BK-Polyomavirus auf, was bei den Patienten oft zu schwerwiegenden Problemen führt. Die Komplikationen können eine Funktionsverschlechterung oder gar den Verlust der neuen Niere zur Folge haben. Ein wirksames Medikament gegen das BK-Polyomavirus gibt es bisher nicht.

Die Basler Forschenden fanden nun, dass bestimmte weiß Blutkörperchen – BK Virus-spezifische CD8 Killer T-Lymphozyten – bei jenen Patienten signifikant zunahmen, die das Virus unter Kontrolle brachten. Diese Blutzellen waren bei Patienten mit verschiedenen Gewebetypen nachweisbar und konnten in Zellkultur vermehrt werden. "Unsere Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten, die Reduktion der Immunsuppression besser zu steuern und zur Entwicklung von Impfstoffen für eine adoptive Therapie mit T-Zellen beizutragen", sagt Hirsch.

Das schädliche BK-Polyomavirus war vor über zehn Jahren an Universität und Universitätsspital Basel als Ursache für das frühzeitige Versagen von Transplantatnieren erstmals identifiziert worden. Bisher wurde das Virus durch eine Bestimmung der Viruslast im Blut ermittelt, um die immunsuppressiven Medikamente besser zu steuern, ohne eine Abstoßungsreaktion zu provozieren.

MEDICA.de; Quelle: Universität Basel

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