Niko Beerenwinkel erhält Otto-Hahn-Medaille

Dr. Niko Beerenwinkel
© Beerenwinkel

Niko Beerenwinkel erhält diese Auszeichnung für die Arbeiten über computergestützte Analysen von Resistenzphänomen bei HIV Infektionen, die dem jungen Gebiet der klinischen Bioinformatik wesentliche Impulse verliehen haben. Die Anwendung der entwickelten Modelle hat bereits als Prototyp in der klinischen Praxis Anwendungserfolge gezeigt.

In seiner Doktorarbeit entwickelte Beerenwinkel eine Reihe rechnergestützte Methoden zur Analyse von Resistenzphänomen von HIV gegen Wirkstoff-Kombinationstherapien. Als Ausgangspunkt dienen biochemische und klinische Daten über HIV Infektionen.

Mit innovativen Methoden der bioinformatorischen Modellierung und des statistischen Lernens gelang es Niko Beerenwinkel, nicht nur über die Resistenz eines durch das Genom gegebenen HIV Stammes gegen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen Aussagen zu machen.

Darüber hinaus ermöglichen die Methoden eine Vorausschau dahingehend, wie leicht oder schwierig es für das Virus ist, durch fortgesetzte Mutation unter der Wirkstofftherapie zu überleben. Dies ist die Grundlage für einen Webserver, der bei einem gegebenen HIV Stamm Kombinationstherapien vorschlägt. Ferner konnte Niko Beerenwinkel mit einer speziellen Modellierung Aussagen über den Zeitverlauf der genetischen Veränderung des Virus machen, obwohl ihm Zeitablauf-Daten nicht zur Verfügung standen.

Seit 1978 zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft jedes Jahr bis zu 40 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen mit der "Otto-Hahn-Medaille" aus. Sie ist neben einem Anerkennungsbetrag mit der Möglichkeit eines einjährigen Forschungsaufenthaltes im Ausland verbunden.

MEDICA.de; Quelle: Universität des Saarlandes