Untersucht wurde die Vakzine von einer Arbeitsgruppe am Tobacco Use Research Center in Minneapolis, USA. Der spezielle Wirkstoff funktioniert so, dass er das Entstehen bestimmter Antikörper triggert, die sich an Nikotin binden. Raucht die geimpfte Person, binden sich die Antikörper an das Nikotin. Es entsteht ein Komplex, der so groß ist, dass er die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann. Dadurch werden die bekannten Wirkungen des Nikotin auf das zentrale Nervensystem unterdrückt.

Die Wissenschaftler testeten den Impfstoff in einer Studie mit 68 Rauchern. Die Versuchsteilnehmer erhielten entweder Placebo oder 50, 100 oder 200 mcg des Impfstoffs jeweils an den Tagen 0, 28, 56 und 182. Alle Probanden wurden 38 Wochen lang nachverfolgt. Keiner der Probanden wurde gebeten, das Rauchen aufzugeben. Es sei denn, er wünschte es unbedingt selbst.

65 Probanden beendeten die Studie. Keiner der Versuchsteilnehmer berichtete über „Craving“, also suchtartige Entzugserscheinungen. Da könnte daran gelegen haben, dass der Nikotin-Antikörper-Titer nur langsam anstieg. Außerdem rauchte keiner der Versuchsteilnehmer mehr als zuvor, um den gebundenen Nikotin auszugleichen.

Sechs Probanden der Studie unter der höchsten Dosis waren 30 Tage lang rauchabstinent. Unter 100 mcg und 50 mcg waren es nur einer beziehungsweise keiner. Probanden unter der höchsten Dosierung benötigten zudem die geringste Zeit, um 30 Tage lang abstinent bleiben zu können. In einer nächsten Stufe wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, welche Dosis und welches Anwendungsschema das Beste ist.

Die Studienleiter stellen aber klar, dass mit dieser Studie nur bewiesen ist, dass der Impfstoff keine gravierenden Nebenwirkungen hat. Ob er tatsächlich hilft, das Rauchen aufzugeben, müssen weitere Test klären. Und viele Raucher werden trotzdem eine verhaltenstherapeutische Therapie benötigen.

MEDICA.de; Quelle: Clinical Pharmacology & Therapeutics 2005, Vol. 78, S. 456-467