In vielen deutschen Bundesländern gilt es schon, in den anderen wird es noch eingeführt: Ein absolutes Rauchverbot, unter anderem in Gaststätten. Begründet wird es vor allem mit gesundheitlichen Aspekten: Die Besucher von Gaststätten und auch die Mitarbeiter im Gaststättengewerbe sollen geschützt werden. Doch bringt ein solches Rauchverbot tatsächlich etwas? In Irland gilt seit dem 29. März 2004 ein Rauchverbot in Gaststätten. Im Jahr danach haben Wissenschaftler untersucht, ob sich die Zahl der Patienten, die wegen eines akuten Koronarsyndroms in Krankenhäuser eingeliefert werden, verändert hat. Die Ergebnisse wurden jetzt beim Jahreskongress der „European Society of Cardiology (ESC)“ vorgestellt.

Die Wissenschaftler bedienten sich dabei des „Coronary Heart Attack Ireland Register (CHAIR),“ eines Registers aller Patienten, die in Südwestirland wegen eines akuten Koronarsyndroms in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Sechs der acht Krankenhäuser in dieser Region lieferten die Daten zu dieser Studie.

Zwischen dem 29. März 2003 und dem 29. März 2004, also exakt im Jahr vor der Einführung des Rauchverbots, wurden etwa 1.200 Patienten wegen eines akuten Koronarsyndroms stationäre behandelt. Im Jahr danach sank diese Zahl um elf Prozent, vor allem bei Männern. Diese Reduktion scheint Bestand zu haben, denn auch 2004 und 2005 blieb die Zahl der Behandlungen auf dem niedrigeren Stand.

Die Wissenschaftler sind über dieses eindeutige Ergebnis keineswegs verwundert. Man weiß, dass die ersten Folgen des Passivrauchens bereits nach 30 Sekunden eintreten und die Endothelfunktion leidet. Besonders vorgeschädigte Patienten haben dann ein erhöhtes Risiko für ein akutes Koronarsyndrom.

MEDICA.de; Quelle: European Society of Cardiology (ESC) Congress 2007 Poster 3506