Nobelpreis für Medizin 2014 geht an drei Hirnforscher

08.10.2014
Foto: May-Britt Moser und Edvard I. Moser

John O´Keefe (nicht im Bild), May-Britt Moser und Edvard I. Moser haben den diesjährigen Nobelpreis für Medizin erhalten; © Geir Mogen/NTNU

John O´Keefe, May-Britt Moser und Edvard I. Moser erhalten den diesjährigen Nobelpreis für ihre Entdeckung von Nervenzellen, die ein Orientierungssystem im Gehirn bilden.

Woher wissen wir, wo wir sind? Wie können wir den Weg von einem Ort zum anderen finden? Und wie können wir diese Informationen speichern, um den Weg beim nächsten Mal wiederzufinden? Die diesjährigen Nobelpreisträger haben ein Positionierungssystem, ein "inneres GPS" im Gehirn gefunden, das es uns ermöglicht, uns im Raum zu orientieren.

Bereits 1971 entdeckte John O´Keefe die erste Komponente des inneren GPS im Gehirn, beim Versuch mit Ratten. Sie zeigten im Gehirn Aktivität in einer bestimmten Region, wenn sie an einem bestimmten Punkt im Raum war. An anderen Orten waren hingegen andere Nerven aktiv. O´Keefes Schlussfolgerung: Die „Ortszellen“ bildeten eine Art Karte des Raumes.

2005 entdeckten dann May-Britt und Edvard Moser eine weitere Komponente des Gehirnpositionierungssystems. Sie entdeckten die sogenannten „Gitterzellen“, die ein Koordinatensystem bilden und uns den Weg finden lassen sowie eine Positionierung im Raum ermöglichen. Die weitere Forschung brachte die Antwort, wie Ortszellen und Gitterzellen im Zusammenspiel eine Positionierung im Raum sowie Navigation ermöglichen.

MEDICA.de; Quelle: Nobelprize.org