Sieht man von einem kleinen Teil der Patienten ab, die wegen ihres Herzfehlers keinen Beruf ausüben können, so unterscheiden sich die untersuchten Herzpatienten bezüglich ihres sozialen Auf - oder Abstiegs nicht von der "Kontrollgruppe", das heißt der Bevölkerung ohne solche Herzoperationen. Das ist das Ergebnis einer Studie, in deren Rahmen die Lebensläufe von 314 Patienten des Universitätsklinikums Göttingen mit denen von 4864 Befragten der am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin angesiedelten Längsschnittstudie Sozioökonomisches Panel (SOEP) verglichen wurden.

Um herauszufinden, welchen Einfluss ein so ein fundamentaler medizinischer Eingriff wie eine Herzoperation auf das weitere Leben hat, müssen Patientenbiographien möglichst detailliert mit den Lebensläufen der 'normalen' Bevölkerung vergleichen werden. Hierzu eignet sich das Sozio-ökonomische Panel in besonderer Weise, auch deshalb, weil die Befragten regelmäßig Fragen zu ihrem Gesundheitszustand beantworten.

"Wir müssen mehr Forschung in diese Richtung betreiben, denn wenn junge Menschen lebensbedrohlich erkranken, zum Beispiel an Krebs, geht es erst einmal darum das Leben der Patienten zu retten. Viele Erkrankungen, die früher tödlich waren, können heute geheilt werden. Doch wie es den Geheilten im weiteren Leben ergeht, ob Sie etwa psychologische Unterstützung brauchen, wissen wir in aller Regel nicht", sagt der Sozialmediziner Siegfried Geyer von der Medizinischen Hochschule Hannover, der die sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen SOEP- Daten des DIW Berlin für seine Analyse herangezogen hat.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung