"Neuere Studien belegen eindrucksvoll, wie wichtig ein konsequenter Medikamentenentzug bei dieser Art von Kopfschmerzen ist", schreiben Experten in einem Artikel der "Kopfschmerz-News", dem Organ der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Häufige Kopfschmerzen können dazu verleiten, aus Angst vor einer bevorstehenden Schmerzattacke vorsichtshalber ein Schmerz- oder Migränemittel zu schlucken. Kopfschmerzpatienten sollten dies jedoch nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat und nur an höchstens drei aufeinanderfolgenden Tagen tun. Denn bei unvorsichtigem Gebrauch dieser Arzneimittel droht ein Teufelskreis aus Schmerz und Pillen, der so genannte medikamenteninduzierte Kopfschmerz.

Während in der Durchschnittsbevölkerung etwa einer von hundert Menschen an chronischem Migränekopfschmerz leidet, stellten Wissenschaftler bei einer norwegischen Studie fest, dass diese Zahl bei Menschen mit regelmäßigem Schmerzmittelgebrauch bei 13 Prozent lag.

Am stärksten betroffen seien Frauen, die an Migräne ohne Aura leiden. In einer italienischen Studie untersuchten Forscher 96 Patientinnen und 18 Patienten mit medikamenteninduziertem Dauerkopfschmerz: Über 70 Prozent der Patienten litten ursprünglich unter einer Migräne ohne Aura.

"Nur der Entzug der eingenommenen Präparate kann den Dauerschmerz wieder nehmen", erklären die DMKG-Experten. Dies verdeutlicht eine große, retrospektive amerikanische Studie: Die Forscher analysierten die Daten von 756 Patienten mit medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzen, die im Mittel fünf Tabletten pro Tag geschluckt hatten und meistens mehr als eine Substanz einnahmen.

Wer den übermäßigen Medikamentenkonsum aufgegeben hatte, litt deutlich seltener und weniger lang an Kopfschmerzen. Bei den meisten dieser Patienten beschränkte sich der Schmerz nach einem Jahr auf die ursprünglich episodisch auftretenden Migräneattacken.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.