Jedes Jahr sterben weltweit etwa 10.6 Millionen Kinder unter fünf Jahren. 45 Prozent dieser Todesfälle gehen auf Pneumonien, Diarrhoen oder Malaria zurück. Die meisten dieser Todesfälle ereignen sich in Afrika und nahezu alle, die mit Malaria in Verbindung stehen. Was die Welt daher braucht, sind einfache und billige Strategien, um diese Kindersterblichkeit einzudämmen. Man weiß, dass Nährstoffmangel zu dieser Kindersterblichkeit beiträgt. Seit einiger Zeit ist daher auch Zink in den Blick der Mediziner geraten. Studien aus Asien haben gezeigt, dass Zink-Supplemente möglicherweise die Mortalität und Morbidität bei Kindern senken können.

In einer Studie wurde dies nun näher untersucht: 42.546 Kinder aus Pemba, Sansibar, wurden dafür untersucht. Die Kinder waren zwischen einem und 36 Monate alt. Dies entspricht 56.507 Kinderjahren. 21.274 dieser Kinder erhielten eine tägliche Ration Zink: Waren die Kinder unter zwölf Monate alt, lag die Dosis bei fünf Milligramm. Ab dem 13. Monat erhielten sie zehn Milligramm Zink, durchschnittlich 484.7 Tage lang. 21.272 Kinder erhielten Placebo.

Als man die Morbidität und Mortalität in beiden Gruppen miteinander verglich, wich Ernüchterung dem Optimismus: Unter der Zink-Supplementation verringerte sich die Gesamt-Mortalität zwar um sieben Prozent im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Dieser Unterschied war allerdings nicht signifikant.

Etwas besser sah es aus, als man die Ergebnisse für verschiedene Altersgruppenmiteinander verglich. Demnach profitieren Kinder zwischen dem ersten und zwölften Monat nicht von der Zinkgabe. Zwischen dem zwölften und 48. Monat dagegen sinkt die Mortalität unter Zink um 18 Prozent, was grenzwertig signifikant war (p gleich 0.045). Diese Mortalitätsreduktion geht hauptsächlich auf das Konto von weniger Malaria- und Infektionstoten. All dies muss man jedoch vor dem Hintergrund sehen, dass alle Kinder zusätzlich Vitamin A erhielten.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 369, S. 927-934