OP-Video nimmt Ärzten die Angst

Für sein Video, das eine filigrane Operationstechnik zum Einsatz künstlicher Augenlinsen bei Grauem Star illustriert, wurde Fritz Hengerer, Oberarzt der Ruhr-Universität Bochum-Augenklinik im Knappschaftskrankenhaus Langendreer, beim Filmfestival 2008 des Internationalen Kongresses der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Sein Film "Posterior optic button holing (POBH): Technik und operatives Vorgehen" zeige "eine vielleicht bahnbrechende Methode in der Katarktchirurgie" und helfe, manchem Operateur die "Angst vor der Hinterkapsel" zu nehmen, begründete die Jury ihr Urteil.

Bei der im Film gezeigten Operationstechnik wird nach Entfernung der getrübten Augenlinse (Katarakt) die Hinterkapsel kreisrund eröffnet und die Linsenoptik nicht wie sonst üblich in den Kapselsack gelegt, sondern in der Hinterkapselöffnung (button hole) eingeknöpft. Das verhindert eine erneute Eintrübung der Hinterkapsel und hindert die eingesetzte Linse daran, sich nachträglich zu verdrehen oder zu verkippen. Dadurch, dass die Linse in stabiler Position gehalten wird, können die so behandelten Patienten schon nach wenigen Tagen eine Brille angepasst bekommen.

Hengerer zeigt mit seinem Film, dass die Methode sicher zu handhaben ist: "In meinem Video stelle ich das operative Vorgehen und die wesentlichen Aspekte für eine erfolgreiche Durchführung dieser Technik vor", so Hengerer. Das Verfahren stammt aus der Kararaktchirurgie bei Kindern und wurde bei Erwachsenen erstmals in nennenswertem Umfang von Professor Menapace aus Wien untersucht. "Die Vorteile dieser filigranen Operationstechnik lassen die anfängliche Angst vor der kontrollierten Eröffnung der Hinterkapsel rasch verschwinden."

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Uni Bochum