"Sämtliche Daten und Fakten illustrieren, dass wir heute unseren Patienten eine zeitnahe, flächendeckende Versorgung für alle Krankheitsbilder bei hoher Qualität anbieten können", so Prof. Dr. Arno Krian vom Herzzentrum Duisburg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG). "Die gelegentlich immer noch gestellte Frage nach Wartelisten in der Herzchirurgie kann seit mehreren Jahren ohne Vorbehalt mit dem Wort 'gegenstandslos' beantwortet werden."

Die Gesamtzahl aller Herzoperationen bewegt sich seit etwa 1999 auf einem gleich hohen Niveau. Doch das Leistungsspektrum verschiebt sich, was auf demographische Entwicklungen und neue Operationstechniken zurückzuführen sei.

So setze die deutliche Zunahme von Herzklappenoperationen einen Trend fort, der zum einen mit der Alterung der Bevölkerung und der so bedingten Zunahme von Aortenklappenfehlern zusammenhänge. "Im Gegensatz zu früher kann heute auch im höheren Lebensalter eine solche Operation mit akzeptablem Risiko durchgeführt werden", sagt Krian.

Bei der koronaren Herzerkrankung ist seit 2000 tendenziell ein leichter Rückgang der Operationszahlen zu registrieren. Dies liege an der besseren Früherkennung von Verkalkungen an den Herzgefäßen. „Es werden heute aber auch mehr Techniken wie die Ballon-Dilatation oder Stents eingesetzt, mit deren Hilfe verengte Herzkranzgefäße ohne Operation geöffnet werden können, so Krian.

Zunehmend sind heute "Off-pump"-Operationen, also Operationen ohne Herz-Lungen-Maschine (HLM) möglich, wo früher mit HLM operiert werden musste: "Von den rund 6721 Bypassoperationen, die hierzulande jährlich durchgeführt werden, beträgt der Anteil der Eingriffe ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine heute sieben Prozent - mit steigender Tendenz. Ähnliches gilt für angeborene Herzfehler", sagt Krian.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.