Wie man weiß, verbessert sich bei Erwachsenen die pulmonale Funktionsfähigkeit, wenn sie ausreichend Früchte und die darin enthaltenen Ascorbinsäure, Alpha-Tocopherol und Beta-Karotin zu sich nehmen. Außerdem leiden sie dann seltener an den entsprechenden Beschwerden wie Husten und Asthma. Auch bei Kleinkindern hat man entsprechende Studien durchgeführt. Erstaunlicherweise gibt es bislang aber kaum Daten, die den Zusammenhang zwischen der Vitaminaufnahme durch Obst und der pulmonalen Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen erforschen.

Das erforschte jetzt eine Studie der Harvard School of Public Health in Boston, Massachusetts, USA. Deren Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und der respiratorischen Gesundheit bei 2.112 Jugendlichen der zwölften Klassenstufe (etwa 18 Jahre alt) während des Schuljahres 1998 /1999.

Dabei zeigte sich klar: Jugendliche, die wenig Früchte – und damit auch wenig Vitamine – zu sich nehmen, haben ein geringeres Ein-Sekunden-Ausatmungsvolumen (FEV1) als Jugendliche mit einer ausreichenden oder guten Aufnahme von Früchten. Dagegen stieg bei ihnen das Risiko von Bronchitis (relatives Risiko: 1,36). Gleiches galt für rauchende Jugendliche: Bei ihnen waren jene, die wenig Vitamine zu sich nahmen, in vielen Parametern jenen mit ausreichender Vitaminaufnahme unterlegen.

Kann man schlechten Obstessern durch Vitamin-Supplemente helfen? Da sind die Studienautoren skeptisch. Mit solchen frei verkäuflichen Vitaminpillen könne man den geringen Verzehr von Obst nicht ausgleichen, schreiben sie, da solche Präparate meist keine Flavonoide und Mikronährstoffe enthalten. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Vitamine, die in Obst enthalten sind, besser wirken, weil bestimmte Mikronährstoffe aus dem Obst die Aufnahme fördern.

MEDICA.de; Quelle: Chest 2007, Vol. 132, S. 238-245