In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, wie viele infertile Männer Spuren sexuell übertragbarer Erkrankungen in ihrem Sperma haben. Die Studie umfasste sowohl Männer mit als auch ohne Leukozytospermie.

Zu dieser kontrollierten, retrospektiven Studie wurden die Daten von 241 Männern herangezogen, die ihren Samen hatten analysieren lassen. 132 dieser Männer hatten eine Leukozytospermie, 109 nicht. Bei allen Proben untersuchten die Studienleiter nicht nur die üblichen Parameter einer Spermaanalyse, sondern darüber hinaus auch, ob sich DNA-Spuren sexuell übertragbarer Pathogene zeigten: darunter das Humane Papillomavirus (HPV), Cytomegalievirus (CMV); Herpes simplex-Virus (HSV) und andere.

Bei 45 der 241 Spermaproben (18,7 Prozent) konnten die Studienleiter tatsächlich solche DNA-Spuren entdecken: Cytomegalieviren bei 8,7 Prozent der Proben, HPV bei 4,5 Prozent, Herpesviren Typ 6 (HHV) bei 6,3 Prozent und HSV bei 3,7 Prozent der Proben. 2,5 Prozent der Spermaproben wiesen DNA-Spuren von Chlamydia trachomatis auf und 0,4 Prozent von Epstein-Barr-Virus (EBV). Hepatitis-B-Viren wurden nicht gefunden. Dabei gab es keine Unterschiede zwischen Proben mit Leukozytospermie und solchen ohne.

Fanden sich tatsächlich DNA-Spuren von Pathogenen im Sperma, dann war in der Regel auch die Gesamtspermienzahl und die Spermienmotilität herabgesetzt. Außerdem zeigte sich ein Zusammenhang mit der Alpha-Glukosidase-Konzentration.

Eine Leukozytospermie war assoziiert mit einer Abnahme der Gesamt-Spermienzahl, dem Prozentsatz normal geformter Spermien und der Fruktosekonzentration in der Spermienflüssigkeit.

Die Studie zeigt nach Ansicht der Studienautoren, dass bei solchen asymptomatischen Infektionen, bei denen man lediglich DNA-Spuren von Pathogenen in der Samenflüssigkeit findet, die Epididymis mitbetroffen ist, da in solchen Fällen die Alpha-Glukosidase herabgesetzt ist. Dies ist ein Marker für die Funktion der Epididymis.

MEDICA.de; Quelle: Fertility and Sterility 2007, Vol. 87, S. 1087-1097