Oft Köche und Friseusen

Einer der Gefährdeten; © Hemera

Top Manager, Ingenieure, Ärzte, EDV-Experten, Schauspieler und Universitätsdozenten gehören zu den Berufsgruppen, die am seltensten über Rückenschmerzen klagen: Weniger als 40 bis 50 Prozent haben es einmal im Jahr "im Kreuz". Dagegen sind andere Berufsgruppen mit harter körperlicher Arbeit wie Bauarbeiter und Klempner sowie einseitiger Körperhaltung wie Köche und Friseusen mit mehr als 70 Prozent besonders belastet.

Dies sind Ergebnisse der ersten repräsentativen Querschnittsstudie in Deutschland. Dafür wurden Daten des Nationalen Gesundheits-Survey des Robert-Koch-Instituts in Berlin ausgewertet: Vier mobile Ärzteteams untersuchten und befragten von 1997 bis1999 rund 6.200 Personen zwischen 18 und 79 Jahren.

Wie bereits frühere Untersuchungen zeigte auch diese Studie, dass das Tragen schwerer Lasten sowie die einseitige körperliche Haltung Risikofaktoren für die Entwicklung von Rückenschmerzen sind. Aber auch Umweltfaktoren wie Lärm oder verunreinigte Luft und psychischer Stress haben einen negativen Effekt. Dagegen wirken sich Nacht- und Schichtarbeit sowie lange Arbeitszeiten nicht abträglich für den Rücken aus. Bei Frauen kamen zu den körperlichen Risikofaktoren noch psychosoziale wie Depression, Übergewicht und die Familiensituation hinzu.

"Bedenklich ist, dass gerade die Berufsgruppen, die besonders gefährdet sind, oft wenig Zugang zu vorbeugenden Maßnahmen haben und dazu wenig motiviert sind", sagt Professor Dr. Marcus Schiltenwolf, Leiter der Sektion Schmerztherapie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Dabei sollten nicht nur eine Kräftigung der Rückenmuskulatur und Erleichterung der körperlichen Belastung während der Arbeit in Angriff genommen werden, sondern auch die psychosozialen Faktoren berücksichtigt werden, die ein akutes Rückenleiden zu einer chronischen Erkrankung werden lassen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg