Zwei frühere Studien legten einen Zusammenhang zwischen dem „Restless Legs Syndrome (RLS)“ und kardiovaskulären Erkrankungen nahe. Allerdings hatten diese Studien methodische Mängel, so waren Männer kaum daran beteiligt und die Diagnose des RLS war zweifelhaft.

In einer Studie haben Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen dem RLS und kardiovaskulären Erkrankungen nun systematisch besser erforscht. An ihrer Beobachtungsstudie nahmen 1.559 Männer und 1.874 Frauen im Durchschnittsalter von 67,9 Jahren teil. Diese Untersuchung war Teil der „Sleep Heart Health Study“, die mögliche Assoziationen zwischen Störungen der nächtlichen Atmung und kardiovaskulären Beschwerden untersuchen sollte. Die Patienten wurden gebeten, Selbstauskunft zu geben über mögliche Koronarerkrankungen, Myokardinfarkte, koronare Revaskularisationen und anderes.

6,8 Prozent der Frauen und 3,3 Prozent der Männer, die an der „Sleep Heart Health Study“ teilnahmen, litten an einem RLS. Nachdem man mögliche verwischende Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body Mass Index, Cholesterinspiegel, systolischen Blutdruck, Diabetes und andere herausgerechnet hatte, zeigte sich dennoch ein klarer Zusammenhang zwischen RLS und kardiovaskulären Erkrankungen: Das Risiko, sowohl das eine wie das andere zu haben, ist um das zweifache erhöht.

Die Studienleiter geben eine Reihe möglicher Erklärungen für diesen Befund an. Möglicherweise erhöht das periodische Bewegen der Füße im Schlaf den Blutdruck und die Herzfrequenz. Immerhin bewegen RLS-Patienten ihre Beine pro Nach etwa 200- bis 300-Mal und wachen dabei meist mindestens drei Mal auf. Vielleicht ist aber auch der Schlafentzug, welcher eine Folge des RLS ist, einer der Faktoren, die zu kardiovaskulären Erkrankungen führen. Man weiß, dass mangelnder Nachtschlaf dieses Risiko erhöht.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2008, Vol. 70, S. 35-42