Oft reicht eine einmalige Antibiotikagabe

Antibiotikum verscheucht auch
nach einer Gabe Infektionen
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Chirurgische Wundinfektionen erhöhen die Morbidität und Mortalität und können die Kosten für die Gesundheitssysteme deutlich erhöhen. Verschiedene Leitlinien empfehlen eine antibiotische Prophylaxe. Allerdings weiß man aus verschiedenen Untersuchungen, dass sich nicht alle Ärzte daran halten, was unter anderem das Risiko von Resistenzentwicklungen erhöht.

Um die Compliance der Ärzte zu erhöhen haben brasilianische Ärzte nun die einmalige Gabe eines Antibiotikums vor einem elektiven chirurgischen Eingriff mit der üblichen antibiotischen Prophylaxe verglichen. Daran nahmen zuerst zwischen Februar 2002 und Oktober 2002 6.140 Patienten teil, danach in einer zweiten Phase 6.159 Patienten zwischen Dezember 2002 und August 2003. Ausgeschlossen waren nur Patienten mit einer Infektion zum Zeitpunkt der Operation. Ansonsten waren fast alle Operationsarten vertreten: Abdominale, gynäkologische und andere Operationen.

Während der ersten Phase erhielten die Patienten eine 24-stündige intravenöse antibiotische Prophylaxe, in der zweiten Phase eine einmalige Dosis von einem Gramm Cephazolin.

Die Rate der chirurgischen Wundinfektionen war in beiden Gruppen annähernd gleich und betrug 2,0 versus 2,1 Prozent (p gleich 0.67) unter der intravenösen beziehungsweise der einmaligen Gabe des Antibiotikums.

Die Studie hat zwar Mängel, wie die Studienautoren selbst schreiben. So konnten sie nicht nachweisen, dass die Teilnehmer der beiden Gruppe sich in Bezug auf sozidemographische und andere Daten glichen. Dennoch sprechen die Daten in ihren Augen eine klare Sprache: Demnach ist die einmalige Gabe eines Antibiotikums der intravenösen, länger andauernden Gabe vorzuziehen, weil sie einfacher zu verabreichen ist.

MEDICA.de; Quelle: Archives of General Surgery 2006, Vol. 141, S. 1109