Ohrakupunktur lindert Schmerzen nach Hüft-OP

Der Piek ins Ohr kann den Schmerz-
mittel Verbrauch senken; © Hemera

Das fanden Dr. Taras I. Usichenko und seine Mitarbeiter von der Universitätsklinik der Ernst-Moritz-Arnd-Universität Greifswald heraus. Die Ohrakupunktur gewinnt in der perioperativen Medizin zunehmende Popularität. Bislang war aber unklar, inwiefern sie wirksam ist.

Usichenko und sein Team untersuchten wie sich die Ohrakupunktur auf den postoperativen Schmerzmittel-Verbrauch an Patienten, die eine Hüftendoprothese bekamen.

61 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Vor der Operation wurden sie per Zufall einer von zwei Gruppen zugeteilt: Alle Patienten bekamen vier Dauernadeln in das Ohr der zu operierenden Seite, die bis einschließlich des dritten postoperativen Tages belassen wurden.

Bei den Patienten der Studiengruppe wurden die Punkte Hüftgelenk, Shenmen, Lunge und Thalamus genadelt. Bei den Patienten der Kontrollgruppe wurden vier Sham-Akupunkturpunkte genadelt, die nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin keine Wirkung haben. Die Patienten erfuhren nicht, in welche Gruppe sie eingeteilt worden waren.

Die postoperative Schmerztherapie erfolgte durch eine intravenöse patientenkontrollierte Analgesie-Pumpe (PCA) mit Piritramid. Die Mediziner erhoben den Schmerzmittelverbrauch über die Pumpe und ermittelten außerdem die Zeit bis zur ersten Schmerzmittel-Abforderung nach dem Eingriff, die Schmerzintensität, den Blutdruck, die Herzfrequenz, systemische Entzündungsparameter im Blut und die Nebenwirkungen von Piritramid.

54 Patienten beendeten die Studie. Die Studiengruppe benötigte weniger Piritramid als die Kontrollgruppe nach der Operation, wobei die Schmerzintensität in beiden Gruppen vergleichbar war. Die übrigen gemessenen Parameter unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. "Die Ohrakupunktur scheint demzufolge ein effektives komplementäres Verfahren zur Reduktion des postoperativen Schmerzmittelverbrauchs nach Hüft-Implantation zu sein", folgern die Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)