Oma, warum hast du so schlechte Augen?

01.06.2016

Alten Menschen sind in Seniorenheimen häufig augenfachärztlich unterversorgt. Zu diesem Studienergebnis kommen Luisa Thederan und Koautoren in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztbl Int 2016; 113. 323-7).

Foto: Seniorin mit weißem Haar und rosa Bluse setzt eine Brille auf

Bewohner von Alten- und Pflegeheimen müssten deutlich öfter zum Augenarzt, um ihre Sehschärfe zu erhalten; © panthermedia.net/Ralf Winter

Fast 21 Prozent der Untersuchten waren länger als 5 Jahre nicht beim Augenarzt gewesen; 39,9 Prozent konnten keine Angaben zu früheren augenärztlichen Untersuchungen machen.

Akut behandlungsbedürftige ophthalmologische Befunde wiesen 21,7 Prozent der Bewohner auf. Teilweise waren sogar reversible Augenerkrankungen nicht behandelt worden. In der Studie konnte nach Refraktionsausgleich bei den Seniorenheimbewohnern die mittlere Sehschärfe von 0,25 Dezimalvisus auf 0,33 gebessert werden.

Die Autoren haben bei 203 Bewohnern von Seniorenheimen in der Umgebung von Würzburg die Sehschärfe, den vorderen Augenabschnitt, den Augenhintergrund und den Augeninnendruck untersucht. Die häufigsten Diagnosen des vorderen Augenabschnitts waren das trockene Auge (78,8 %), Katarakt (43,3 %), Nachstar (7,4 %), Glaukom (12,3 %) und Lidfehlstellungen (12,3 %). Am Augenhintergrund bestand bei 22,2 Prozent eine trockene altersbedingte Makuladegeneration, bei 3,4 Prozent eine frische feuchte altersbedingte Makuladegeneration und bei 7 3,4 Prozent eine epiretinale Gliose.

Thederan und Koautoren fordern, die augenärztliche Betreuung durch eine bessere Vernetzung aller an der Versorgung von Senioren Beteiligter zu optimieren.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Aerzteblatt International
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