Schwangerschaft: Online-Beratung beim Verzicht auf Tabak und Alkohol

26.03.2014
Foto: Schwanger am Computer

Die neue Internetplattform "IRIS II" bietet volljährigen Schwangeren dem-
nächst Hilfe beim Verzicht auf Tabak und Alkohol; © panthermedia.net/
martinan

Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft können schwerwiegende körperliche Schäden beim ungeborenen Kind zur Folge haben. Werdende Mütter setzen sich mehr und anders mit den Risikofaktoren auseinander. Sie überdenken ihr eigenes Verhalten. Trotzdem hören viele nicht mit Rauchen und Alkoholkonsum auf.

Am 7. April geht das neue internetbasierte Beratungsprogramm "IRIS II" (http://www.iris-plattform.de) online, das am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt wurde. Es wendet sich speziell an diese Frauen, motiviert sie zum Verzicht und unterstützt die Schwangeren dabei, ihr Abstinenzvorhaben in die Tat umzusetzen. Deutschlandweit können Teilnehmerinnen ab 18 Jahren mitmachen.

"IRIS II" ist das erste therapeutische Online-Beratungs- und Behandlungsprogramm für tabak- und alkoholkonsumierende Schwangere in Deutschland. Bis zu 500 schwangere Frauen, die mit Rauchen und Alkoholkonsum aufhören möchten, können sich dann für das kostenlose Programm anmelden.

Prof. Anil Batra und Dr. Anette Stiegler von der Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung am Universitätsklinikum Tübingen, die schon die Pilotphase "IRIS" entwickelt und durchgeführt haben, sehen sich bestätigt: "Internetbasierte Angebote haben den Vorteil der Niederschwelligkeit. Sie sind anonym und jederzeit erreichbar. IRIS ist ein geeignetes Medium für die Beratung und Unterstützung der Schwangeren.", erläutert Batra.

Schwangere, volljährige Konsumentinnen von Tabak und/oder Alkohol durchlaufen mit "IRIS II" ein zwölfwöchiges Programm. Sie können zwischen einem speziellen Tabakprogramm, einem Alkoholprogramm oder einem Programm bei kombiniertem Konsum wählen. Die Teilnehmerinnen erhalten wöchentlich persönliche E-Mail-Unterstützung durch einen professionellen E-Coach. Dabei werden bewährte und in ihrer Wirksamkeit gut untersuchte (psycho-) therapeutische Techniken angewandt. Zudem finden Maßnahmen zur Rückfallprophylaxe und der Einbindung des Partners Anwendung.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen