Online-Lernprogramm für junge Mediziner

Foto: Virutelle Patienten

Lernprogramme sollen Mediziner in
der Ausbildung unterstützen; © Verein
zur Förderung der Biotechnologie e.V.

Simulationen sollen die reale praktische Ausbildung nicht ersetzen, sondern durch die gezielte Heranführung an den Klinikalltag optimieren. Die Spezialisierung der Universitäts- krankenhäuser, verkürzte Liegezeiten der Patienten und Veränderungen im Gesundheitswesen erschweren die praktische Ausbildung junger Mediziner, so dass ihnen oftmals klinisches Handlungswissen fehlt.

Die E-Learning-Plattform unterstützt angehende Ärzte mit einer interaktiven Krankenhaus- Simulation, die realitätsnahe Einblicke in die verschiedenen Fachabteilungen eines Krankenhauses ermöglicht. Unterstützt durch eine virtuelle Multimediabibliothek üben die virtuellen Chirurgen, Orthopäden, Neurologen, HNO- oder Kinderärzte mit jeweils typischen Patienten typische Vorgehensweisen ein.

Alle Räume der virtuellen Klinik sind einheitlich künstlerisch gestaltet, mehr als 200 virtuelle Patienten treten als individuelle Charaktere mit unterschiedlichen Krankheitszeichen auf. Der Anwender kann Anamnesen und Untersuchungen durchführen, Laborbefunde anfordern, Diagnosen stellen und sich für Therapien entscheiden. Jeder Schritt wird in der digitalen Krankenakte protokolliert und überprüft. Wissen die jungen Mediziner einmal nicht weiter, können sie Hilfe von Experten einholen oder sich in der Bibliothek informieren.

Die "Krankheitsfälle" basieren teils auf realen, teils auf fiktiven Fällen aus dem Lehrbuch; integrierte Zeit- und Kostenerfassungen vermitteln zusätzliche Realitätsnähe. Ein virtueller Patient besteht aus bis zu 3.500 Parametern, für die Komplexität der Krankengeschichten sind mehrere Stufen wählbar. Zu den ersten Anwendern gehört die Bundeswehr, die das Programm demnächst für die Fernausbildung von Truppenärzten einsetzen wird.

MEDICA.de; Quelle: Verein zur Förderung der Biotechnologie e.V.