Eine prophylaktische Oophorektomie könnte das Leben von Frauen mit einer Mutation des BRCA-Gens verlängern. Das sagen zumindest einige Studien zu diesem Thema. Nur wenige Daten allerdings konnten nachweisen, dass diese Senkung der Mortalität tatsächlich einer Mammakarzinom- beziehungsweise Ovarialkarzinompezifischen Senkung der Mortalität zuzuschreiben ist.

Völlig andere Daten kommen jetzt aber von einer Studie, welche Daten von 4.780 Frauen verwertete. 1.293 Frauen hatten sich einer einseitigen Oophorektomie unterzogen, 1.097 Frauen einer beidseitigen. 2.390 Frauen dienten als Kontrollgruppe.

Während des Untersuchungszeitraums von durchschnittlich 25 Jahren zeigte sich bei jenen älteren Frauen, die sich einer beidseitigen Oophorektomie unterzogen hatten, keine Veränderung der Gesamtmortalität im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Dramatische Veränderungen dagegen in der Gruppe der jüngeren Frauen, die im Alter unter 45 Jahren operiert worden waren und keine Östrogensubstitution erhielten: Im Vergleich zur Kontrollgruppe war ihr Gesamtmortalitätsrisiko um 67 Prozent erhöht! Dieses Ergebnis war unabhängig vom Grund, der zur Operation geführt hatte. Jene Frauen, die sich vor dem 45. Lebensjahr die Eierstöcke entfernen ließen, aber Östrogene erhielten, hatten nur ein geringfügig erhöhtes Mortalitätsrisiko. Der Anstieg der Mortalität bezog sich vor allem auf das häufigere Auftreten von Karzinomen, die im Zusammenhang mit Östrogen stehen.

Unilaterale Oophorektomien hatten keinerlei Einfluss auf die Mortalität der betroffenen Frauen. Bei der Indikation Endometriose oder im Verbund mit einer Hysterektomie zeigte sich ein Überlebensvorteil.

Offenbar ist die Östrogengabe vor allem bei jüngeren Frauen nach Eierstockentfernung indiziert.

MEDICA.de; Quelle: Lancet Oncology Published online