Operation des weißen Hautkrebses effektiver

Oberflächlich unscheinbar:
Basalzellenkarzinom
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Basalzellkarzinome und spinozelluläre Karzinome bilden Wurzeln aus, die oftmals innen viel größer sind als von außen ersichtlich. Weder im Ultraschall noch im Röntgen oder in der Kernspintomografie lassen sich die Wurzeln in ihrer tatsächlichen Ausdehnung erkennen. Nur in einer feingeweblichen Untersuchung mit gefärbten Schnitten und 250-facher Vergrößerung, der an der Tübinger Universitäts-Hautklinik entwickelten 3D-Histologie, sind die Tumorausläufer zu sehen.

Als Therapie des "weißen" Hautkrebses stehen laut Oberarzt Prof. Helmut Breuninger ein operativer Eingriff oder Salbenbehandlungen mit Rotlichtbestrahlung zur Wahl. Es sei fraglich, ob die verborgenen Ausläufer von den Salben erfasst werden, da ihre Wirkung eher oberflächlich ist. Ein weiterer Vorteil der 3D-Histologie sei, dass nicht nur das ganze Tumorgewebe entfernt, sondern auch gesundes Gewebe geschont wird.

Eine ebenfalls an der Universitäts-Hautklinik entwickelte computergesteuerte örtliche Betäubung mache Angst vor Schmerzen oder Entstellungen im Gesicht überflüssig. Denn die Betäubung sei nicht schmerzhafter als eine Akupunktur. Eine Rotlichtbestrahlung kann hingegen sehr schmerzhaft sein, so Breuninger.

Zu den ästhetischen Ergebnissen dieser minimal-invasiven Chirurgie verweist Breuninger auf seine Studie mit nahezu 5.000 Patienten. Obgleich viele unter sehr großen Tumoren litten, war das objektive kosmetische Ergebnis bei über 80 Prozent sehr gut bis gut, sagt Breuninger.

Nur bei drei Prozent blieben die Operationsfolgen noch deutlich sichtbar. Evaluiert wurde bis zu vier Jahre nach der Operation durch den niedergelassenen Arzt der Patienten. Von den Patienten selbst würden die Resultate noch besser beurteilt.

Breuninger betont: "Alle Fakten zeigen, dass die operative Behandlung des weißen Hautkrebses mit sanfter Lokalanästhesie und 3D-Histologie nicht nur die größte Sicherheit gewährt, sondern auch kosmetisch Maßstäbe setzt."

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen