Operation lindert scheinbar Depressionen

Nur Salat essen wirkt nicht
gegen Depressionen; © PixelQuelle.de

Zwischen 25 und 30 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit extremem Übergewicht (schwere Adipositas, Body-Mass-Index, BMI > 40 kg/m2) leiden im Laufe ihres Lebens an einer Depression - bei normalgewichtigen Frauen liegt die Häufigkeit einer Depression bei 17 Prozent. Eine Studie zeigt nun, dass bei Patienten, die ihr Gewicht mittels Diät verringerten, sich nicht nur die Pfunde, sondern auch die Depression wieder einstellt. Die chirurgisch behandelten Patienten hielten ihr Gewicht besser und klagten auch später weniger häufig über depressive Stimmungen.

Die Häufigkeit der Depression (bezogen auf die Lebenszeit) war zu Beginn der Studie mit 29,1 Prozent in der Chirurgie-Gruppe und 26,2 Prozent in der Diätgruppe etwa gleich hoch. Nach einer anfänglichen Besserung nahmen depressive Symptome in der Diätgruppe jedoch im Laufe der vier Jahre wieder zu, ebenso wie die Teilnehmer wieder an Gewicht zunahmen, bis sie fast ihr Ausgangsgewicht erreicht hatten.

In der Chirurgie-Gruppe war mit sinkendem Körpergewicht auch ein deutlicher Rückgang der Depressivität zu beobachten. Ebenso verhielt es sich mit der Lebensqualität: Sie verbesserte sich bei chirurgischen Patienten signifikant, während sie nach vier Jahren in der Diätgruppe wieder ihren Ausgangswert erreichte. "Die depressive Symptomatik scheint also bei den meisten Menschen mit extremer Adipositas eine Folgeerscheinung zu sein. Sie zeigt sich mit sinkendem Körpergewicht rückläufig", folgert Prof. Dr. Stephan Herpertz (Ruhr Universität Bochum - Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Westfälische Klinik Dortmund).

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum