Operation und Stent bergen vergleichbares Risiko

Bei Schlaganfällen ist der Griff zum
Messer keineswegs verkehrt
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Die Operation an der Halsschlagader (Endarteriektomie) gilt seit mehr als 20 Jahren als hervorragende Methode, um das Risiko für weitere Schlaganfälle zu reduzieren. Eine Alternative ist seit einigen Jahren das Einsetzen einer Gefäßprothese: Der Stent wird durch einen Katheter in das Gefäß eingebracht und hält es offen.

In der SPACE-Studie (Stentgestützte Angioplastie der Carotis versus Endarteriektomie) untersuchten Neurologen, Gefäßchirurgen und Neuroradiologen gemeinsam, ob Operation und Stentbehandlung in Bezug auf Behandlungsrisiko und Langzeitvorbeugung gleichwertig sind. An der Untersuchung beteiligten sich 33 gefäßchirurgische Zentren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit insgesamt 1.200 Patienten.

Es zeigte sich, dass das Risiko, nach der Behandlung einen Schlaganfall zu erleiden oder zu sterben, bei Stent-Patienten geringfügig höher ist als bei operativ behandelten Patienten. "Die Komplikationsraten variieren aber nicht so stark, dass von einer Stentbehandlung generell abzuraten ist", fasst Professor Dr. Hacke, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg und Vorsitzender des SPACE-Steering-Komitees, die Ergebnisse zusammen. "Jedenfalls kann von einer Überlegenheit der Stentbehandlung keine Rede sein. Welche Behandlung im Einzelfall vorgezogen wird, muss bei jedem Patienten individuell abgewogen werden."

Die Studie zeigte außerdem: Die Zentren unterscheiden sich deutlich in der Qualität der Behandlung - wichtiger Faktor ist dabei die Zahl der dort vorgenommenen Eingriffe. Die Auswahl der Einrichtung entscheidet deshalb wesentlich über den Behandlungserfolg.

Jährlich erleiden etwa 20.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, der durch Ablagerungen in den Halsschlagadern verursacht wird. Das Risiko dieser Patienten, einen weiteren Schlaganfall zu bekommen, ist besonders hoch.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg