Bild: Zwei Männer vor einem OP-Tisch 
An der RWTH wird die
OP-Tischsteuerung optimiert
© Peter Winandy

Der Arzt sieht sich im Operationssaal immer mehr mit komplizierter Technik konfrontiert, die seine Aufmerksamkeit vom Patienten ablenkt. Einfache und bedienungsfreundliche Handhabung ist deshalb eine unabdingbare Voraussetzung im OP-System der Zukunft. Einen konkreten Schritt in diese Richtung stellt zum Beispiel der wissensbasiert einstellbare Operationstisch dar, der an der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen entwickelt wird.

Die Körpermaße von Patient und Arzt werden in das System eingegeben, ebenso der beabsichtigte Eingriff. Der rechnergestützte Assistent kennt außerdem die Abläufe der vorgesehenen Operation, die technische Ausstattung des Raumes mit den Ausmaßen der einzelnen Geräte und deren Einsatzfolge während der OP. Der Operationstisch der Zukunft empfiehlt daraufhin eine jeweils ergonomisch optimierte Tischeinstellung und passt die Lagerung des Patienten auf Wunsch des Operateurs den jeweils aktuellen Bedürfnissen an.

Darüber hinaus hilft ein intelligentes Navigationsmodul, die Bewegungen von Operationstisch und Röntgengerät während der Operation so zu koordinieren, dass exakte Kontrollaufnahmen mit minimaler Strahlenbelastung erstellt werden können. Erste Tests mit diesem System haben gezeigt, dass die Zahl der Röntgenaufnahmen um 60 bis 80 Prozent reduziert werden könnte. Dies würde nicht nur für den Patienten sondern auch für das Operationsteam eine deutlich reduzierte Strahlenexposition bedeuten.

"Der Trend geht ganz deutlich in die Richtung einer intelligenten OP-Umgebung", ist Prof. Klaus Radermacher vom Lehrstuhl für Medizintechnik der RWTH Aachen überzeugt. "Der wissensbasierte OP-Tisch ist nur der Anfang. Damit verbunden ist eine flexible und modulare Kommunikationsfähigkeit der Technik. Sprach- und Gestenerkennung, interaktive Navigationssysteme, sensorengesteuerte Miniaturroboter und vieles mehr machen aus dem OP-Saal einen intelligenten Assistenten, der sich ganz den Bedürfnissen von Arzt und Patienten anpasst."

MEDICA.de; Quelle: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen