Die Prävalenz des Übergewichts bei einem Body Mass Index (BMI) von mehrt als 30 kg/m2 hat sich in den vergangenen Jahren in den USA erdoppelt. Zur Zeit sind bis zu 30 Prozent aller US-Amerikaner davon betroffen. Studien haben gezeigt, dass stark übergewichtige Personen im Durchschnitt fünf bis 20 Jahre eher sterben als Normalgewichtige. Bariatrische Operationsmethoden haben sich in vielen Fällen als ein geeignetes Mittel erwiesen, um das Gewicht bei stark übergewichtigen Personen zu reduzieren. Doch sind solche Operationsmethoden auch dazu geeignet, die Mortalität Übergewichtiger zu senken?

Interessante Daten dazu kommen aus der „Swedish Obese Subjects Study“, an der 4.047 Patienten mit Übergewicht teilnahmen. 2.010 von ihnen unterzogen sich einer der bariatrischen Operationsmethoden zur Gewichtsreduktion, 2.037 weitere versuchten, mit konventionellen Methoden ihr Gewicht zu senken. Das bedeutet: Sie bewegten sich mehr oder ernährten sich besser. Die Probanden wurden durchschnittlich 10,9 Jahre lang nachverfolgt.

Während sich unter der konventionellen Therapie das Gewicht kaum veränderte, zeigten die verschiedenen Operationsmethoden gute Langzeiterfolge: Der Gewichtsverlust lag zwischen 20 und 32 Prozent.

In der Kontrollgruppe starben während des Follow-Up 129 Personen, dagegen nur 101 in der Gruppe der Operierten. Daraus lässt sich errechnen, dass eine bariatrische Operation das Mortalitätsrisiko um durchschnittlich 24 Prozent senkt. Die häufigsten Todesursachen waren der Myokardinfarkt und Krebserkrankungen.

Nach Ansicht der schwedischen Studienleiter zeigt ihre Untersuchung, dass sich bariatrische Operationen tatsächlich messbar bei der Gesundheit niederschlagen und das Leben verlängern können. Das ist wichtig, denn einige Studien hatten bislang das Gegenteil gezeigt.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2007, Vol. 357, S. 741-752