Jedes Jahr werden in den USA etwa 10.000 Kinder mit einem kongenitalen Herzfehler geboren, der operiert werden muss. Man weiß, dass solche Kinder ein erhöhtes Risiko für neurologische Behinderungen haben. Welche langfristigen Auswirkungen eine Herzoperation für Kinder im Schulalter hat, ist jedoch bislang weit weniger untersucht worden.

Etwas mehr Licht auf diese Frage wirft nun eine Studie mit 109 Kindern, die vor dem zweiten Lebensmonat wegen eines komplexen angeborenen Herzschadens operiert werden mussten. Fünf bis zehn Jahre nach der Operation wurden die betroffenen Familien und die Lehrer der Kinder angeschrieben. Die Studienleiter baten sie, Fragebogen zum Verhalten der Kinder auszufüllen. Die Fragebogen lehnten sich an das „Behavior Assessment System for Children (BASC)“ und das „Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Rating Scale-IV (ADHD-IV)“ an. Zum Zeitpunkt der Befragung waren die Kinder im Durchschnitt 7,9 Jahre alt. 67 Prozent der Kinder waren Jungen.

18 Prozent der Kinder hatten bereits eine Klassenstufe wiederholt, 21 Prozent benötigten Nachhilfe in Mathematik oder Lesen. Allerdings lagen nach Auskunft der Lehrer auch 14 bis 20 Prozent der Betroffenen in mindestens einem Fach über dem Durchschnitt der Klassenkameraden.

In Bezug auf das Verhalten der herzgeschädigten Kinder waren sich Eltern und Lehrer einig: 14 Prozent der Kinder hatten demnach Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, 13 Prozent galten als hyperaktiv. 5,5 Prozent der Kinder waren sowohl aufmerksamkeitsschwach als auch hyperaktiv. Die Studienleiter errechneten auf der Basis dieser Antworten, dass fünf Prozent der Kinder an einem manifesten Aufmerksamkeits/Hyperaktivitätssyndrom leiden (Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: ADHS). Weitere 15 Prozent haben zumindest ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung.

MEDICA.de; Quelle: Pediatrics 2008, Vol. 121, S. e759-e767