Thema und Ziel der Studie mehrjährigen Studie in der Biomechanikabteilung der Sportmedizin des Tübinger Universitätsklinikums war die Entwicklung spezifischer Laufschuhe für Frauen, die den Bedürfnissen von Frauen vor allem hinsichtlich Passform und Biomechanik entsprechen.

Der Fokus lag auf unterschiedlichen Bereichen der klinischen und biomechanischen Forschung: Neben einer orthopädischen Diagnostik, der Beurteilung der Achs- und Beweglichkeitsverhältnisse der unteren Extremität und der Erfassung verschiedener Trainingsparameter wurde die Laufbewegung beim Joggen mit einem Mehrkamerasystem im dreidimensionalen Raum analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Beurteilung der Fußform. Hierfür wurden die Füße von mehr als 900 Frauen und Männern mit einem dreidimensionalen Scanner vermessen.

Fasst man die Ergebnisse zusammen, so haben Läuferinnen im Vergleich zu Läufern klinisch ein vermehrtes Maß an ligamentärer Laxität, muskulärer Flexibilität und ein größeres Bewegungsausmaß in den Gelenken. In der Laufbewegung beugen Frauen Hüfte, Knie und Sprunggelenke mehr als Männer. Erst beim Abdruck vom Boden gleichen sich die Winkelverläufe der zwei Gruppen wieder an.

Auch in anderen Bewegungsebenen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Läuferinnen weisen eine zum Teil signifikant größere Adduktion im Hüftgelenk auf. In der Dynamik heißt dies, dass das Becken des Spielbeines stärker absinkt. Im unteren Sprunggelenk zeigen die Läuferinnen tendenziell eine größere Eversion, statistisch konnte diese aufgrund der großen Streuweite der Daten nicht gesichert werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen