Telemedizin: Optimale Patientenbetreuung bei weniger Kosten

06/12/2013
Foto: Intensivstation

Telemedizin auf der Intensivstation erlaubt die kontinuierliche Überwa-
chung der Patienten; © panthermedia.
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Noch stehen viele Ärzte moderner Kommunikationstechnik im Krankenhaus skeptisch gegenüber. Doch schon jetzt steht fest: Sie kann vieles erleichtern. Vor allem auf Intensivstationen, wo es oft auf Sekunden ankommt, kann der schnelle Draht zum Arzt Leben retten.

Schwerkranke Patienten optimal versorgen und gleichzeitig Kosten sparen – das scheint ein Widerspruch in sich. Denn Zeit und Personal sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche intensivmedizinische Behandlung. „Intensivpatienten verursachen durchschnittlich sechsfach höhere Kosten als Patienten auf einer normalen Station“, erklärte Prof. Gernot Marx, Kongresspräsident des 13. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V. „Gerade für kleine Krankenhäuser wird es immer schwieriger, das erforderliche medizinische Niveau zu erbringen und die ressourcenaufwendige Versorgung auf der Intensivstation sicherzustellen. Die Errungenschaften der modernen Telemedizin können hier einen wertvollen Beitrag leisten und haben enormes Potential.“ Mehrere internationale Studien und zahleiche Projekte in den USA konnten belegen, dass die Sterblichkeitsrate bei Intensivpatienten durch ergänzende telemedizinische Maßnahmen um bis zu 50 Prozent gesenkt werden können. Außerdem verbesserte sich die Langzeit-Lebensqualität.

„Bezüglich der Kosten wirkt sich positiv aus, dass Patienten die Intensivstation früher verlassen können und auch insgesamt ihre Verweildauer im Krankenhaus gesenkt werden kann“, so Marx. „Keine andere pharmakologische oder technische Innovation der letzten 20 Jahre lieferte ein auch nur annähernd beeindruckendes medizinisches und wirtschaftliches Ergebnis.“

Möglich macht das die Einhaltung der Standards, mit denen Komplikationen wie Blutvergiftungen, Lungenentzündungen oder Herz-Kreislauf-Probleme vermieden werden können. Die Telemedizin erlaubt die permanente Beobachtung durch einen Intensivmediziner, auch wenn er nicht vor Ort ist. „Natürlich ist für die Übertragung der wesentlichen Vitaldaten des Patienten in Echtzeit eine gewisse technische Ausstattung nötig“, sagt Marx. „Durch die starke Nachfrage und den allgemeinem Trend zu offenen Schnittstellen dürfte sich das zukünftig deutlich günstiger gestalten.“

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.