08.09.2005

Industrieverband Spectaris e.V.

Optische Industrie bestätigt gute Prognose

Nach aktuellen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes lag der Gesamtumsatz der optischen, medizinischen und mechatronischen Industrie im ersten Halbjahr 2005 mit einem Plus von 3,6 % deutlich über dem Vorjahreszeitraum, allerdings ausschließlich getragen von einer Steigerung des Auslandsumsatzes in Höhe von 7,9 %. Der Umsatz im Inland lag dagegen um 1,5 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes. Es wird jedoch mit einer Erholung des Binnenmarktes im laufendem Jahr gerechnet. Auch wenn die Einschätzungen in den verschiedenen Teilbranchen unterschiedlich sind, wird daher für das Gesamtjahr nach wie vor eine Steigerung des Umsatzes der rund 2.950 Branchenbetriebe um rund 5 % auf fast 40 Milliarden Euro und ein Mitarbeiterzuwachs auf insgesamt 260.000 Beschäftigte (+2 %) prognostiziert.

Besonders deutlich wird die Kluft zwischen In- und Auslandsgeschäft in der deutschen Medizintechnik-Industrie. Während im Ausland Umsatzsteigerungen von gut 12 % realisiert werden konnten, lag der Inlandsumsatz der Hersteller im ersten Halbjahr 2005 insgesamt um rund 3 % unter dem Wert des ersten Halbjahres 2004. Aufgrund der Heterogenität der Branche ist die Entwicklung in den verschiedenen Teilbereichen der Medizintechnik allerdings durchaus unterschiedlich. Ausgehend vom SPECTARIS-Konjunkturbarometer Medizintechnik zeigten sich etwa die Hersteller von Geräten für die Intensivmedizin, die Diagnostik und Chirurgie, die Sterilisation, die respiratorische Heimtherapie und die Hersteller von Einrichtungen für medizinische Funktionsräume sowie von Orthopädie- und Rehatechnik mit der aktuellen Auftragseingangssituation im Inland im zweiten Quartal 2005 zufrieden. 65 % der Unternehmen sahen hier eine Verbesserung des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahresquartal und nur 9 % eine Verschlechterung.

SPECTARIS-Hauptgeschäftsführer Sven Behrens: „Die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die hohe Innovationskraft der Branche stehen im Gegensatz zur schwachen Entwicklung auf dem Inlandsmarkt. Es ist bedenklich, wenn innovative Produkte erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung in Deutschland zum Einsatz kommen. Das gefährdet auf Dauer auch die Wertschöpfung in Deutschland. Der Investitionsstau im Gesundheitswesen in einer Größenordnung von 10-15 Milliarden Euro aufgrund unzureichender gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen verlangt daher nach einer substanziellen Gesundheitsreform. Dann kann die deutsche Medizintechnik auch im Inland einen weiteren wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung und zur Qualitätssteigerung in der Gesundheitsversorgung leisten.“

Basierend auf den Ergebnissen einer aktuellen SPECTARIS-Umfrage lag die Entwicklung der Industrie für Laser und Optische Komponenten im ersten Halbjahr 2005 trotz positiver Ergebnisse etwas unter den Erwartungen. Während das Inlandsgeschäft im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres mit einem Plus von knapp 2 % nur leicht zulegen konnte, wurden im Ausland starke Zuwächse von rund 7 % erwirtschaftet. Nach Einschätzungen der Hersteller dieses Bereiches werden jedoch sowohl das Inlandsgeschäft als auch der Export im zweiten Halbjahr deutlich anziehen, so dass für das Gesamtjahr 2005 ein positives Ergebnis mit einem Umsatzplus von insgesamt 8-9 % prognostiziert wird.

Laser und Optische Komponenten haben ihre besondere Bedeutung als Keimzelle der Optischen Technologien, die einen Weltmarkt von über 100 Milliarden Euro und insgesamt mehr als 100.000 Beschäftigte alleine in Deutschland umfassen. Das enorme Potenzial der Optischen Technologien wiederum liegt darin begründet, dass die Anwendungsfelder selbst Zukunftsmärkte sind: Ob Nanotechnologie, Telekommunikation oder Medizintechnik - Laser und Optische Komponenten bilden ihre Basis.

www.spectaris.de
SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für optische,
medizinische und mechatronische Technologien e.V.
Saarbrücker Straße 38, D-10405 Berlin