09.03.2005

Spectaris e.V., Industrieverband

Optische Industrie schafft die Trendwende

Die optische Industrie verzeichnete aufgrund positiver Auslandsgeschäfte deutliche Zuwächse im vergangenen Jahr. Der Inlandsmarkt bleibt dagegen schwach, dennoch bleibt die Prognose für 2005 unverändert optimistisch.

Mit einem Plus von 7,5 % konnte die deutsche Industrie für optische, medizinische und mechatronische Technologien ihren Gesamtumsatz im Jahr 2004 nach zwei Jahren der Stagnation wieder deutlich steigern. 37,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschafteten die 2.943 Betriebe (2003: 2.911) dieser Industrie im vergangenen Jahr. Bei einer Exportquote von inzwischen 56,1 % wurden 21 Milliarden Euro im Ausland erwirtschaftet. Dies entspricht einem Zuwachs um 14,1 %. Schwach zeigte sich dagegen das Inlandsgeschäft, das mit einem Umsatz in Höhe von 16,5 Milliarden Euro unter dem Ergebnis des Jahres 2003 lag (- 0,4 %). Mit rund 255.400 Mitarbeitern lag die Zahl der Beschäftigten erfreulicherweise über dem Vorjahresniveau (+ 1,0 %).

Der Trend zu einem starken Auslandswachstum bei gleichzeitig schwachem Inlandsgeschäft zeigte sich in nahezu allen Einzelbranchen der SPECTARIS-Industrie, die Hightechprodukte aus den Bereichen Optik, Photonik, Präzisionstechnik, Mechatronik und Medizintechnik vereinigt. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung auch im laufenden Jahr fortsetzt. Die Mehrheit der Unternehmen prognostiziert einen erneut deutlich steigenden Auslandsumsatz für das Jahr 2005. Angesichts der sehr positiven Ergebnisse im vergangenen Jahr wird jedoch eine Abschwächung der Zuwachsrate auf etwa 9-10 % erwartet. Auch hinsichtlich des Inlandsgeschäftes sind die meisten Unternehmen derzeit eher zuversichtlich, obwohl hier die Einschätzungen in den verschiedenen Einzelbranchen durchaus sehr unterschiedlich sind. Insgesamt wird für die Branche ein Inlandsplus um die 3 % prognostiziert. Der Gesamtumsatz der SPECTARIS-Industrie würde damit um rund 6 % auf fast 40 Milliarden Euro steigen. Aus dem erwarteten Umsatzwachstum leiten die Firmen zudem leicht positive Impulse für die Beschäftigung ab, so dass im laufenden Jahr erstmalig die Marke von 260.000 Beschäftigten überschritten werden könnte.

Besondere Schwierigkeiten mit dem heimischen Markt hat die Teilbranche der deutschen Medizintechnik. Mit einem Gesamtumsatz von 13,6 Milliarden Euro in 2004 (+ 8,1 %) ist die deutsche Medizintechnik-Industrie ein bedeutender Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft. Knapp 90.000 Menschen (+ 2,8 %) waren im vergangenen Jahr bei den 1.221 deutschen Medizintechnik-Herstellern (2003: 1.183) beschäftigt. SPECTARIS-Hauptgeschäftsführer Sven Behrens: "Das überdurchschnittlich hohe Wachstum des Auslandsumsatzes um 15,8 % auf 7,9 Milliarden Euro ist ein klares Signal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hightechprodukte dieser Branche. Der um 1 % auf 5,7 Milliarden Euro rückläufige Inlandsumsatz verdeutlicht dagegen die angespannte Lage des Gesundheitsmarktes in Deutschland. Ein hohes Maß an Verunsicherung bei Ärzten, Krankenhäusern und Kostenträgern in der unübersichtlichen gesundheitspolitischen Gesamtsituation führt zu einer Verschiebung längst fälliger Ersatz- und Neuinvestitionen. Das schadet den Patienten, dem zukunftsfähigen deutschen Gesundheitsmarkt und letzten Endes dem Steuerzahler." Entsprechend kritisch beurteilen die Unternehmen der Branche daher auch weiterhin das Inlandsgeschäft. Im besten Fall wird hier mit einer Stagnation gerechnet. Ein Großteil der Firmen geht jedoch derzeit von einem weiter rückläufigen Ergebnis aus. Hinsichtlich des Auslandsgeschäftes bleiben die Medizintechnik-Unternehmen jedoch optimistisch. Nach wie vor werden hohe Zuwachsraten im zweistelligen Bereich für 2005 prognostiziert.