29.06.2005

Spectaris e.V., Industrieverband

Optische Industrie weiter im Aufwärtstrend

Nach einer ersten Zwischenbilanz zur Jahresmitte sind die Erwartungen der optischen, medizinischen und mechatronischen Industrie auch für das Gesamtjahr 2005 positiv. Die Mehrheit der Unternehmen prognostiziert einen erneut deutlich steigenden Auslandsumsatz mit Zuwächsen von 9-10 % und ein wachsendes Inlandsgeschäft mit moderateren Zuwächsen um die 3 %, obwohl die Einschätzungen für das Inland in den verschiedenen Einzelbranchen durchaus sehr unterschiedlich sind. Der Gesamtumsatz der SPECTARIS-Industrie würde damit um rund 6 % auf fast 40 Milliarden Euro steigen. Aus dem erwarteten Umsatzwachstum leiten die Firmen zudem positive Impulse für die Beschäftigung ab, so dass im laufenden Jahr erstmalig die Marke von 260.000 Beschäftigten (+2 %) überschritten werden könnte.

Nach einem erfolgreichen Vorjahr mit einem Gesamtumsatz 2004 von 37,5 Milliarden Euro (+7,2 %) belegt das aktuelle Ergebnis erneut die internationale Wettbewerbsfähigkeit der 2.942 deutschen Branchenbetriebe. In allen Teilbereichen liegt die Exportquote inzwischen bei mindestens 50 %, in einigen Fällen beträgt sie sogar fast 70 %. Die bedeutendste Zielregion deutscher Exporte der optischen, medizinischen und mechatronischen Industrie war Europa, worauf über 58 % aller Ausfuhren entfielen. In Asien konnten deutlich zweistellige Exportzuwächse realisiert werden, so dass der Anteil an den Gesamtexporten in 2004 auf 16 % gestiegen ist. Nach einem schwachen Vorjahr wiesen auch die Ausfuhren nach Nordamerika wieder eine positive Tendenz auf, so dass der Anteil dieser Region in 2004 bei 17 % lag.

Der Trend zu einem starken Auslandswachstum zeigt sich derzeit in nahezu allen Teilbranchen der SPECTARIS-Industrie, die Hightechprodukte aus den Bereichen Augenoptik, Photonik, Präzisionstechnik, Mechatronik und Medizintechnik vereinigt. Ein besonderes Marktpotenzial weist dabei vor allem die Teilbranche Laser und Optische Komponenten auf, die in den kommenden Jahren mit jährlichen Zuwächsen von 10 % rechnet und bereits im vergangenen Jahr eine Exportquote von überdurchschnittlichen 66,8 % verzeichnen konnte. Laser und Optische Komponenten sind die Keimzelle der Optischen Technologien, die einen Weltmarkt von über 100 Milliarden Euro und insgesamt mehr als 100.000 Beschäftigte alleine in Deutschland umfassen. Das enorme Potenzial der Optischen Technologien wiederum liegt darin begründet, dass die Anwendungsfelder selbst Zukunftsmärkte sind: Ob Nanotechnologie, Telekommunikation oder Medizintechnik - Laser und Optische Komponenten bilden die Basis.

Die deutsche Medizintechnik gilt in diesem Kontext nicht nur als Zukunftsbranche, sondern auch als grundlegend für das inländische Gesundheitswesen. Mit einem Wert von 13,6 Milliarden Euro lag der Gesamtumsatz dieser SPECTARIS-Teilbranche bereits 2004 um 8,1 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Getragen wurde dieses erfreuliche Resultat allerdings ausschließlich durch die positive Exportentwicklung. Der Auslandsumsatz lag mit 7,9 Milliarden Euro um 15,8 % über dem Vorjahresniveau, was zu einer Steigerung der Exportquote auf 58,2 % führte. Der Inlandsumsatz sank dagegen um 1 % auf 5,7 Milliarden Euro. Entsprechend gedämpft sind daher die Erwartungen der deutschen Medizintechnik-Hersteller für das Inland im laufenden Jahr, wo im besten Fall mit einer Stagnation gerechnet wird. Der Investitionsstau im Gesundheitswesen in einer Größenordnung von 10-15 Milliarden Euro aufgrund unzureichender gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen verlangt nach einer substantiellen Gesundheitsreform. Dann kann die deutsche Medizintechnik auch im Inland einen weiteren wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung und zur Qualitätssteigerung in der Gesundheitsversorgung leisten.

Den aktuellen SPECTARIS-Branchenbericht 2005 mit detaillierten Zahlen auch zu allen Teilbranchen finden Sie im Pressebereich unseres Internetauftritts unter www.spectaris.de