Die Hormonersatztherapie kann Frauen in der Menopause das Leben erleichtern. Sie verringert zum Beispiel das Risiko osteoporotischer Frakturen. Allerdings haben Daten der letzten Jahre gezeigt, dass die gesundheitlichen Risiken der Hormonersatztherapie den Nutzen möglicherweise übertreffen.

So steigt das Risiko von Mammakarzinomen und möglicherweise auch venöser Thromboembolien. Obwohl man weiß, dass oral verabreichtes Östrogen die Blutkoagulation verstärkt, glaubte man lange, dies habe keinen Einfluss auf das Risiko venöser Thromboembolien. In einer Studie sollte jetzt ein möglicher Zusammenhang zwischen solchen Embolien und der Hormonersatztherapie aufgezeigt werden.

Mit Hilfe einer systematischen Datenbankrecherche konnten Wissenschaftler 17 Studien zu diesem Thema identifizieren, die sie einer Meta-Analyse unterzogen. Diese Analyse zeigt, dass oral verabreichtes Östrogen bei jenen Frauen, die aktuell Östrogen einnehmen, tatsächlich das Risiko venöser Thromboembolien erhöht, aber nicht transdermal verabreichte Wirkstoffe.

Im Vergleich zu Frauen, die kein Östrogen einnehmen, steigt das Risiko einer solchen Embolie bei oral appliziertem Östrogen auf das 2,5-fache. Bei transdermal verabreichtem Östrogen steigt das Risiko dagegen nur auf das 1,2-fache. Frauen, die früher einmal eine Hormonersatztherapie erhalten hatten, zur Zeit aber kein Östrogen mehr einnehmen, sinkt das Risiko wieder auf das der Frauen, die niemals Östrogen einnahmen.

Wenn eine Frau unter Hormonersatztherapie eine venöse Thromboembolie erleidet, dann oft im ersten Jahr nach Beginn der Therapie (relatives Risiko: 4,0). Hat sie das erste Jahr ohne Zwischenfälle überstanden, ist das Risiko „nur“ noch 2,1-fach höher als bei den Nicht-Anwenderinnen. Gefährdet sind vor allem auch übergewichtige Frauen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2008, Vol. 336, S. 1227-1231