Organschäden behandeln und Transplantationen vermeiden

Foto: Nieren

Organfibrose ist die Vernarbung von Organen
in Folge einer Leber- oder Nierenerkrankung;
© panthermedia.net/KrishnaKumar Sivaraman

Sie erforschen die Ursachen der sogenannten Organfibrose – der Vernarbung von Organen in Folge einer Leber- oder Nierenerkrankung. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, innovative Therapieformen zu entwickeln, um Organtransplantationen zu vermeiden.

Grundlagenforscher, Immunologen, Hepatologen und Nephrologen haben sich hierfür in 17 Teilprojekten eng zusammengeschlossen. Sie forschen im transregionalen Sonderforschungsbereich „Organfibrose – von den Mechanismen der Schädigung zur Beeinflussung der Krankheit“ daran, die Krankheitsmechanismen der Organfibrose zu verstehen. Das Forschungsvorhaben wird seit dem 1. Januar 2009 als Transregio-SFB durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert und geht aktuell in die zweite Förderperiode.

„Erkrankungen wie Diabetes, Hepatitis oder Autoimmunerkrankungen zerstören gesundes Zellgewebe“, berichtet Doktor Christian Trautwein. „Dadurch entstehen im Körperinnern wie bei einer offenen Wunde Vernarbungen, sogenannte Organfibrosen. Dieses veränderte Zellgewebe kann langfristig seine organspezifischen Funktionen nicht mehr ausführen, es kommt zum Organversagen“, sagt er. Die fibroproliferativen Veränderungen treten bei einer Vielzahl gastroenterologischer, nephrologischer, pulmonaler oder kardiovaskulärer Krankheiten auf.

Die Forscher entwickelten ein europaweit einmaliges Verfahren, um die Fibroblasten und ihre Vorläuferzellen zu isolieren. Bisherige Forschungsarbeiten belegen, dass Organveränderungen bei einer Fibrose über längere Zeit prinzipiell reversibel sind. Wissenschaftler des SFB/TRR 57 arbeiten daher daran, die molekularen und zellulären Mechanismen der Organfibrose besser zu verstehen und daraus neue Therapieansätze zu entwickeln. Dabei werden sowohl die Leber- als auch die Nierenfibrose untersucht, um sowohl organübergreifende als auch organspezifische Mechanismen identifizieren zu können.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Aachen