Bild: AIDS Schleife 
HIV-positive Patienten werden
zu Transplantationskandidaten
© Hemera

„Der pauschale Ausschluss von HIV infizierten Patienten ist nicht mehr gerechtfertigt, wenn man sich die frühen Ergebnisse von Studien anschaut, die die Sicherheit und Wirksamkeit von Transplantationen in dieser Patientengruppe demonstriert“, schreiben Peter G. Stock und Michelle E. Roland von der University of California, San Francisco in der Zeitschrift „Transplantation“.

Moderne Behandlungsmethoden, vor allem die hochaktive antiretrovirale Therapie (highly active antiretroviral therapy: HAART), haben das Risiko an AIDS zu sterben stark verringert. Dadurch, dass die HIV infizierten Patienten länger leben, entwickeln sie aber andere Komplikationen: unter anderem Nieren- und Lebererkrankungen. Die HAART Medikamente können sich auch toxisch auf die Leber auswirken.

Stock und Roland nennen Fortschritte in mehreren Schlüsselbereichen – unter anderem die Möglichkeit die HIV-Infektion mit HAART zu regulieren – die dazu geführt haben, dass eine Transplantation eine immer machbarere Option für HIV-positive Patienten wurde. Studien, die in der „Nach-HAART“-Ära durchgeführt wurden, zeigen vielversprechende Ergebnisse. Bei einer Studie zu Lebertransplantationen bei HIV-positiven Patienten betrug die Dreijahres Überlebensrate 73 Prozent. Das ähnelt derer von HIV-negativen Patienten.

In Transplantationszentren auf der ganzen Welt werden, laut den Autoren, die Kriterien zu Transplantationen bei HIV-positiven Patienten „langsam liberalisiert“. Meistens müssen die Patienten „unauffindbare“ HIV-Spiegel haben, bevor eine Nierentransplantation in Betracht gezogen wird.

Zunächst hatte man angenommen, dass HIV-positive Patienten aufgrund ihres geschwächten Immunsystems weniger Immunsuppressiva brauchen würden. Allerdings haben erste Erfahrungen gezeigt, dass die Abstoßungsrate bei diesen Patienten höher sein könnte - vor allem kurz nach einer Nierentransplantation.

MEDICA.de; Quelle: Lippincott Williams & Wilkins