In einer Studie wurde bei 50 Osteoporosepatienten die Wirksamkeit einer flexiblen Rumpforthese untersucht. In dieser offenen Anwendungsbeobachtung ging es um die Wirkung einer neuen Osteoporoseorthese. Zielparameter waren Schmerz, Alltagsaktivität und individuelle Compliance. Der Beobachtungszeitraum betrug etwa 2,5 Monate, die Orthese wurde tagsüber durchgehend getragen.

Am Ende der Beobachtungsphase zeigte sich bei allen 50 Patienten eine hochsignifikante Reduktion des Schmerzempfindens. Unter Belastung nahmen die Schmerzen von 6,1 auf 4,5 (p kleiner 0,00001), beim Autofahren von 5,2 auf 3,8 (p kleiner 0,00001) und in Ruhe von 4,1 auf 3,1 (p kleiner 0,0001) ab. Über 50 Prozent der Patienten beurteilten die Fähigkeiten, Alltagsverrichtungen nachgehen zu können als "deutlich besser" oder "besser". Neben dem Hauptzielparameter Schmerz wurden in der Studie die Aspekte "Tragekomfort", "Handling", "Passform" und "Hautverträglichkeit" von den Patienten mit Vorbehandlung signifikant, der Aspekt "Sicherheitsempfinden" besser benotet als von den Patienten ohne Vorbehandlung mit anderen Orthesen oder Bandagen.

Ein weiterer interessanter Aspekt zeigt sich im Einfluss der Physiotherapie auf das Behandlungsergebnis: Wurde die Physiotherapie mit Beginn der Orthesenbehandlung abgebrochen, war die Beschwerdebesserung signifikant geringer ausgeprägt, als bei den Patienten, bei denen die Physiotherapie fortgesetzt wurde (p gleich 0,023).

Neben der medikamentösen und physikalischen Therapie mit regelmäßiger Übungsbehandlung könnte die hier untersuchte Osteoporoseorthese eine sinnvolle Ergänzung der nicht medikamentösen medizinischen Versorgung von Osteoporosepatienten darstellen. Eine bestehende Physiotherapie sollte aufgrund der hier erhobenen Daten nicht durch die Osteoporoseorthese ersetzt werden, vielmehr scheint die gemeinsame Behandlung einen positiven additiven Behandlungseffekt zu besitzen.

MEDICA.de; Quelle: Phys Rehab Kur Med 2005, Vol. 15, S. 32-38