Klima: Ozonkonzentration steigert Allergenität von Birkenpollen

19.12.2013
Foto: Birkenallergie

Hohe Ozonkonzentrationen der Luft erhöhen auch die Allergenität von Birkenpollen; © panthermedia.net/Ina Penning

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben in Kooperation mit Kollegen von der TU München herausgefunden, dass Ozon zentral ist im Zusammenhang zwischen Klimawandel, Verstädterung und der Zunahme von allergischen Erkrankungen und Symptomen.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen eindeutig einen Anstieg allergischer Erkrankungen erwarten.

Die Forscher untersuchten Birkenpollen, die von unterschiedlich ozonbelasteten Regionen in und um München stammten. Hauttests, die sogenannten Pricktests, bestätigten eindeutig die unterschiedlichen Eigenschaften dieser Pollen. „Wir haben gefunden, dass Pollen unter hohen Ozonbelastungen heftigere Reaktionen bei Hauttests zeigten als Pollen mit anderen Standortbedingungen“, sagt Prof. Carsten Schmidt-Weber, Leiter des Instituts für Allergieforschung am Helmholtz Zentrum München, Lehrstuhlinhaber Molekulare Allergologie und Umweltforschung der Technischen Universität München und Mitglied des Münchner Zentrums für Allergie und Umwelt.

„Die höhere Konzentration der Allergie auslösenden Faktoren (Allergene) in hoch Ozon-belasteten Gebieten passt zu den verstärkten, entzündlichen Reaktionen, die diese Pollen hervorrufen“, erklärt Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin des Instituts für Umweltmedizin an der Technischen Universität München. „Ozon ist also ein prominenter Umweltfaktor mit einem großen Einfluss auf die Allergenität von Birkenpollen“.

Das Ergebnis der Forschung lässt erwarten, dass in den nächsten Jahrzehnten im Zuge des Klimawandels und der Folge zunehmender Verstädterung die Ozonkonzentrationen ansteigen und damit die Bevölkerung häufiger unter Pollenallergien leiden wird. „Ozon ist ein äußerst wichtiger Faktor, der zu einer Zunahme von Birkenpollenallergien führen wird. Es ist davon auszugehen, dass sich mit der Erhöhung der Temperatur und damit des Ozongehalts der Luft auch die Symptome von Pollenallergien vervielfachen“, erklärt Traidl-Hoffmann. „Allergiker, und ihre Zahl wird steigen, werden deswegen nicht nur durch längere Blühphasen mit mehr Pollen, sondern auch durch potentere Pollen belastet“.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum München