Das folgt aus den vorläufigen Ergebnissen einer laufenden multizentrischen Studie, die auf der Jahreskonferenz der European Association of Urology (EAU) vorgestellt wurden.

Derzeit nehmen 199 Männer, die zuvor eine negative Prostatabiopsie aufwiesen, an der an sieben europäischen Krankenhäusern durchgeführten Studie teil. Bei allen Männern wurde eine Wiederholungsbiopsie, der PCA3 molekulare Urintest, ein Total-PSA-Test auf prostataspezifisches Antigen und ein Serumtest des freien PSA-Wertes durchgeführt. Circa 25 Prozent der Männer wiesen eine positive Wiederholungsbiopsie auf.

Bei der Zwischenauswertung zeigte der PCA3-Test in der Studie eine Spezifizität von 73 Prozent verglichen mit nur 16 Prozent des freien PSA-Wertes. Außerdem korrelierten höhere PCA3-Werte mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine positive Wiederholungsbiopsie. So hatten beispielsweise Männer mit einem erhöhten PCA3-Wert mit 41-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine positive Wiederholungsbiopsie, während diese bei Männern mit niedrigem PCA3-Wert bei nur 16 Prozent lag.

Eine weitere Studie, die auf der EAU-Konferenz vorgestellt wurde, zeigte, dass der PCA3-Wert nicht mit der Größe der Prostatadrüse korreliert. Vorangegangene Untersuchungen legten nämlich nahe, dass der PCA3-Wert sehr wohl mit der Größe des Prostatatumors korreliert. Die Ergebnisse spiegeln somit die Tatsache wider, dass eine PCA3-Überexpression hochspezifisch für Prostatakrebs ist.

Der PCA3-Test ist ein molekularer Diagnosetest für Prostatakrebs. Er stellt die Überexpression der PCA3-mRNA im Urin fest. Studien haben gezeigt, dass bei über 90 Prozent der Prostatatumoren PCA3 durch die Krebszellen 60- bis 100-fach stärker exprimiert wird als durch gutartige Zellen. Das deutet darauf hin, dass das Gen eventuell ein nützlicher Biomarker für Prostatakrebs ist.

MEDICA.de; Quelle: 22nd Annual European Assiciation of Urology (EAU) Congress