Mit dem PCA3-Urintest gibt es seit einiger Zeit eine gute Alternative zum Prostataspezifischen Antigen (PSA)-Test in Bezug auf die Diagnose eines Prostatakarzinoms. Studien haben gezeigt, dass der PCA3-Test ein Prostatakarzinom im frühen Stadium sicherer entdecken kann als der PSA-Test. Nun folgte eine weitere Untersuchung die zeigen sollte, ob der PCA3-Test auch dabei helfen kann, die Prognose eines Prostatakarzinoms besser abzuschätzen.

Wissenschaftler des University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston, USA, haben diese Frage untersucht. Sie analysierten die Daten von 96 Männern, die sich wegen eines Prostatakarzinoms einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten und deren Gewebe danach histologisch untersucht worden war. Ziel war, eine mögliche Korrelation zwischen den PCA3-Werten vor der Operation und der Schwere der Erkrankung zu definieren.

Tatsächlich gibt es eine solche Korrelation, wie die Wissenschaftler herausfanden: Zeigte sich nach der Operation, dass das Karzinomgewebe nur höchstens 0,5 Kubikzentimeter groß war, dann waren auch die PCA3-Werte vor der Operation deutlich niedriger als bei Männern, deren Karzinom die 0,5-Kubikzentimeter-Grenze überschritten hatte. Ähnliches gilt für Prostatakarzinome niedrigen Malignitätsgrades (Gleason-Score von 6).

Dieses Ergebnis trägt zu der Reihe von Untersuchungen bei, die dem PCA3-Test eine hohe Bedeutung in der Diagnose und Prognose von Prostatakarzinomen zumessen. Wahrscheinlich kann man mit diesem Test jene erkrankten Männer, bei denen man sofort kurativ eingreifen muss, von jenen Männern unterscheiden, bei denen zunächst ein „watchful waiting“, also das wachsame Abwarten angezeigt ist. Außerdem kann dieser Gentest hilfreich sein bei der Einschätzung, welcher Mann nach einem verdächtigen PSA-Befund unbedingt biopsiert werden sollte.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2008, Vol. 179, S. 1804-1809