In einigen Fällen war der Hörverlust oder zumindest die plötzliche Hörverschlechterung begleitet von vestibulären Symptomen wie Tinnitus, Schwindel oder Übelkeit. Die Warnung der FDA an die amerikanischen Ärzte bezieht sich auf die Wirkstoffe Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil.

Die Warnung beruht auf 28 Fällen, die in einem engen zeitlichen Zusammenhang nach der Einnahme eines der Wirkstoffe aufgetreten sind. Fast alle Männer hatten die Wirkstoffe gegen ihre erektile Dysfunktion eingenommen. In einigen Fällen traten die Hörstörungen auch bei Männern auf, die 20 Milligramm Sildenafil wegen einer arteriellen Hypertonie eingenommen hatten.

Der Hörverlust war bei 33 Prozent der Betroffenen temporär. Die anderen Männer litten zum Zeitpunkt der Berichterstattung entweder noch unter den Hörstörungen oder der Ausgang war nicht bekannt. In fast allen Fällen war nur ein Ohr von den Hörstörungen betroffen.

Die FDA stellt klar, dass ihre Warnung keineswegs eine klare Warnung vor den genannten Wirkstoffen sein soll. Tatsächlich sei nicht bekannt, ob der Hörverlust tatsächlich das Ergebnis der Medikamenteneinnahme oder die Folge zugrunde liegender Erkrankungen war, möglicherweise auch die Kombination aus beidem, schreibt die FDA in ihrer „Safety Information“.

Patienten, die Sildenafil gegen ihre Hypertonie einnehmen und eine Veränderung ihres Hörvermögens beobachten, sollten ihren Arzt kontaktieren, rät die FDA. Nimmt ein Mann einen PDE-5-Hemmer wegen einer erektilen Dysfunktion ein, dann rät die FDA dazu, das Medikament abzusetzen und einen Arzt aufzusuchen.

MEDICA.de; Quelle: FDA: Safety Information