PI3K scheinbar wichtig bei Lungenkrebswachstum

Foto: PI3K im kleinzelligen Bronchialkarzinom

Elektronenmikroskopische Analyse
der Verteilung von PI3K im
kleinzelligen Lungenkarzinom;
© A. Arcaro/Universität Zürich

Eine Wissenschaftlergruppe um Dr. Alexandre Arcaro von der Universität Zürich untersucht dazu ein Molekül namens PI3K. Dieses gehört zu den wichtigen Molekülen, die Botschaften von den Zellrezeptoren an die für Zellwachstum und Zellteilung zuständigen Mechanismen in der Zelle übermitteln. Der Ansatz für eine neue Krebsbehandlung besteht darin, die Rezeptoren an der Übermittlung ihrer Botschaften an das Zellwachstums- und Zellteilungssystem zu hindern.

Die Signalübertragung geschieht dadurch, dass Moleküle entlang einer Art Molekülkette aktiviert werden: Der Rezeptor aktiviert das erste Molekül, dieses das zweite, dieses das dritte, und so weiter. Offenbar laufen die Molekülketten von verschiedenen Rezeptoren zusammen, und PI3K scheint an den meisten dieser konvergierenden Molekülketten beteiligt zu sein.

Studien zum kleinzelligen Lungenkrebs zeigten, dass PI3K offenbar ständig aktiviert ist und scheint daher eine Schlüsselrolle bei der Stimulation der Zellteilung zu spielen. Nach neuesten Erkenntnissen handelt es sich bei PI3K jedoch nicht um einen einzigen Molekültyp. Wissenschaftler identifizierten in Zellen acht verschiedene Versionen von PI3K, die offenbar alle geringfügig unterschiedliche Funktionen haben.

Um herauszufinden, welcher der PI3K-Typen für Zellwachstum und Zellteilung beim kleinzelligen Lungenkrebs verantwortlich ist, erzeugen die Wissenschaftler verschiedene Varianten von Lungenkrebszellen, in denen jeweils einer der PI3K-Typen inaktiviert ist, und untersuchen dann, in welchen dieser Varianten Zellwachstum und Zellteilung langsamer ablaufen als in den Originalkrebszellen.

Die Identifikation des am Wachstum vom kleinzelligen Lungenkrebses beteiligten PI3K-Typs kann dann die Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente bilden, die die Wirkung genau dieses Moleküls blockieren und das Krebswachstum so zum Stillstand bringen könnten.

MEDICA.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung