Palliativmedizin statt aktiver Sterbehilfe gefordert

Im Hospiz sind Sterbende laut
Palliativmedizinern in guten Händen
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"Die Grenzen, die einer angemessenen Begleitung und Betreuung schwerkranker und sterbender Patienten immer noch gesetzt sind, müssen endlich überwunden werden", sagte Kongresspräsident Professor Dr. Lukas Radbruch im Rahmen des 5. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Krebs-Patienten, die nicht mehr geheilt werden können, bräuchten besondere Zuwendung, Begleitung und Behandlung. Dieser Aufgabe stelle sich Palliativmedizin und Hospizarbeit.

"Palliativmedizin stärkt das Vertrauen der Menschen in eine fürsorgliche Medizin am Lebensende", sagte Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, bei einer Pressekonferenz in Aachen.

Eine gute und flächendeckende Palliativmedizin und Hospizversorgung lasse den Ruf nach aktiver Sterbehilfe verhallen. Die Deutsche Krebshilfe fördert daher entsprechende Versorgungsstrukturen. Sie kümmere sich um die Ausbildung der Ärzte und des Pflegepersonals und setze sich dafür ein, die Palliativmedizin in das Medizinstudium aufzunehmen.

Im Jahr 2004 standen in Deutschland 2.034 Betten in 106 Palliativstationen und 129 Hospizen zur Verfügung. In diesen Einrichtungen wurden mehr 26.500 Patienten palliativmedizinisch betreut. "Doch nach wie vor entspricht die Anzahl der verfügbaren Betten nicht dem auf 50 Betten pro eine Million Einwohner geschätzten Bedarf", sagte Dr. Friedemann Nauck, Zentrum für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus Bonn.

Darüber hinaus müsse die Finanzierung der Palliativstationen endlich gesichert werden. "Wir fordern, die stationäre Palliativmedizin entweder aus dem DRG-Vergütungssystem herauszunehmen und mit einer tagesbasierten Finanzierung, bei der der individuelle Schweregrad des Patienten berücksichtigt wird, zu ermöglichen, oder aber DRG mit Qualitätskriterien und adäquater, kostendeckender Finanzierung zu etablieren", sagte Nauck.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.