25.10.2007

Greiner Bio-One GmbH

PapilloCheck Bessere Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs

Ein neues Testsystem weist die verschiedenen Typen des für Gebärmutterhalskrebs verantwortlichen Virus (HPV) nach. Seit dem 1. Juli 2007 wird dieser Test, falls ein unklarer Abstrich-Befund vorliegt, von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Wenn der genaue Typus der HPV-Infektion festgestellt wird, kann der behandelnde Arzt das Krebsrisiko für die Patientin deutlich besser abschätzen.

Bei jeder zweiten Frau, die zur Vorsorgeuntersuchung geht, werden Krebsvorstufen übersehen. Die ersten Symptome für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen, sollen zwar durch einen Abstrich, den so genannten Pap-Test, festgestellt werden, doch lediglich in 50 Prozent der Fälle werden bedenkliche Zellveränderungen erkannt. Weil überhaupt nur die Hälfte aller Frauen in Deutschland regelmäßig zur Vorsorge geht, ist das Zervixkarzinom mit jährlich 7.000 Neuerkrankungen und 2.000 Sterbefällen die zweithäufigste Krebsart bei Frauen unter 50 Jahren. Dabei kann Gebärmutterhalskrebs, sofern er rechtzeitig erkannt wird, mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit geheilt werden.

Nun ist das HP-Virus zwar für das Zervixkarzinom verantwortlich; eine Infektion muss jedoch keinesfalls automatisch zur Krebserkrankung führen. Tatsächlich infizieren sich im Laufe ihres Lebens nahezu 80 Prozent aller Menschen – also auch Männer – mindestens einmal mit dem Virus, das Haut- und Schleimhautzellen befällt. Von den über 100 HPV-Varianten, die bisher bekannt sind, zählen etwa 40 zu den genitalen Typen, die Geschlechtsteile und den After befallen und unter anderem auch die zwar unangenehmen, aber harmlosen Genital- oder Feigwarzen hervorrufen. Damit gehören HPV-Infektionen zu den am häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten. Da der Verlauf meist symptomfrei bleibt und die Infektion auch ohne Behandlung ausheilt, nehmen sie viele Betroffene nicht einmal wahr. Erst eine differenzierte Vorsorgeuntersuchung, die nicht nur Symptome, sondern auch unerkannte Infektionen feststellt, schafft Klarheit für Arzt und Patientin.

Dies ist vor allem deshalb so wichtig, weil einige HPV-Typen so genannte Hochrisikotypen sind, die, wenn sie sich über längere Zeiträume von Jahren oder Jahrzehnten im Körper eingenistet haben, die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung deutlich ansteigen lassen. So löst beispielsweise der HPV-Typus 16 innerhalb von zehn Jahren bei 52 Prozent der infizierten Frauen schwere Krebsstufen aus – auch wenn der Pap-Abstrich zuvor unauffällig war.

Jüngste Studien begründen daher die Forderung, dass Vorsorgeuntersuchungen nicht nur einen Abstrich, sondern auch einen HPV-Test umfassen sollten.

Das Testsystem PapilloCheck® des deutschen Biotechnologieunternehmens Greiner Bio-One GmbH bietet die exakte Analyse der verschiedenen Hoch- und Niederrisikotypen – im Gegensatz zu anderen Systemen, die meist nur eine grobe Klassifizierung erlauben. Bisher war dieser Test nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) möglich und konnte nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Seit dem 1. Juli 2007 übernehmen nun die gesetzli-chen Krankenkassen im Falle eines unklaren Pap-Befundes die Kosten für den HPV-Test PapilloCheck®.

Eine genaue Identifizierung des HPV-Typus ist nicht zuletzt im Zusammenhang mit der jüngst entwickelten Immunisierung gegen Gebärmutterhalskrebs von entscheidender Bedeutung, da der Impfstoff nur gegen die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 wirkt. Bundesweit können sich seit kurzem junge Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, also vor einer möglichen Ansteckung, kostenlos impfen lassen. Aber auch ältere Frauen können sich unter Umständen – nach Rücksprache mit ihrem Arzt – impfen lassen.