Parkinson besser erkennen

Foto: MRI-Aufnahme eines Gehirns

Bei Parkinson sterben dopamin-
produzierende Zellen im Gehirn;
© Pixelio.de

Es handelt sich bei den Erkrankungen um die Multisystematrophie (MSA) und die progressive supranukleäre Blickparese (PSP). Eine placebokontrollierte, doppelblinde, randomisierte Untersuchung mit einer durchschnittlichen Follow-up-Dauer von 36 Monaten schloss 760 Patienten (362 PSA-Patienten, 398 MSA-Patienten) aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein. Für die schwierig zu diagnostizierenden Erkrankungen stehen Ärzten dank der NNIPPS-Studie (Neuroprotection and natural history in parkinson plus syndrome) nun erstmals klare Kriterien zur Erfassung potenziell betroffener Patienten zur Verfügung.

Die beteiligte Forschergruppe entwickelte damit einfache Selektionskriterien für jede der beiden Erkrankungen. "Ärzte können künftig mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent bereits in einem frühen Krankheitsstadium eine sichere Diagnose stellen. Das ist ein Riesenfortschritt, unser Wissen um die Krankheiten ist dadurch enorm gewachsen", erklärt deutsche Studienleiter Professor Albert Christian Ludolph, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Ulm. "Selbst für erfahrene Ärzte war es bislang schwierig, PSP und MSA von der Parkinson-Krankheit zu unterscheiden.

Ein weiteres Anliegen der Studiengruppe war es, die Effektivität des Wirkstoffs Riluzol, eines Glutamat-Antagonisten, zu testen. Dessen Wirksamkeit ist bereits seit einigen Jahren in der Therapie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) belegt. Die NNIPPS-Studie konnte erstmals eindeutig zeigen, dass Riluzol keinen signifikanten Effekt auf die Überlebensrate oder das funktionelle Outcome von PSP und MSA hat.

Auf der Grundlage dieser aktuellen NNIPPS-Studie sind jetzt weitere Arbeiten geplant, die eine Therapie der beiden neurodegenerativen Erkrankungen, deren mittlere Überlebensdauer fünf bis zehn Jahre beträgt, verbessern sollen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie