Partnerschaftliche Entscheidung verbessert Ergebnisse

Optimaler Behandlungserfolg gelingt
mit aktiven und mündigen Patienten
© NCI Visuals Online

Das ist das Ergebnis des Forschungsvorhabens "Partnerschaftliche Entscheidungsfindung in der Behandlung der arteriellen Hypertonie", das von Prof. Roland Schmieder vom Institut für Präventive Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg geleitet und jetzt öffentlich vorgestellt wurde.

Schmieder untersuchte insgesamt 84 Bluthochdruckpatienten jeweils ein Jahr lang. Davon wurden 39 Hypertoniker von Hausärzten betreut, die zuvor mit speziellen Gesprächstechniken trainiert worden waren. Sie sollten ihre Patienten bei anstehenden Therapieentscheidungen ausführlich über alternative Behandlungsmöglichkeiten informieren und dann partnerschaftlich mitentscheiden lassen. Die restlichen 45 Patienten begaben sich in Behandlung von Ärzten, die keine gesonderte Gesprächsschulung erhalten hatten.

Das Ergebnis: Nach einem Jahr hatte sich bei der partnerschaftlich mit dem Arzt entscheidenden Gruppe der systolische Wert um 9 mmHg verringert, der diastolische um 5 mmHg. Bei der Kontrollgruppe sanken im gleichen Zeitraum die Werte um 6 beziehungsweise 3 mmHg. Sinkt der Bluthochdruck nur um zwei Millimeter Quecksilbersäule, reduziert sich nach Studienangaben die Gefahr eines Herzinfarkts bereits um sechs Prozent und die Gefahr eines Schlaganfalls um 15 Prozent.

"Bei den Studienpatienten kam es zu einer sehr ausgeprägten Blutdrucksenkung. Bei ihnen konnte die Gefahr eines Herzinfarktes um mindestens 20 Prozent und die eines Schlaganfalls um 40 Prozent gesenkt werden", bilanziert Schmieder. Aber auch bei der Vergleichsgruppe sei eine deutliche Verbesserung eingetreten. "Ganz offensichtlich waren die Kontrollpatienten durch die Bluthochdruckschulung in der Lage, im weiteren Verlauf den partnerschaftlichen Einbezug von ihren Ärzten aktiv einzufordern. Für uns bedeutet dies: Alle Patienten, die aktiv und informiert in eine Blutdruckbehandlung gehen, erzielen bessere Ergebnisse."

MEDICA.de; Quelle:
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg